Glossar
Abgabenordnung (AO)
Die Abgabenordnung (AO) regelt die allgemeinen Grundsätze für das Erheben von öffentlichen Abgaben, insbesondere die Rechtsbehelfe gegen Steuerbescheide und gegen die Anordnung anderer Abgaben, Festlegungen zum Erlass, zur Stundung und zur Verjährung von Steuern, Formvorschriften u.a.m.
Abschreibung
Die Abschreibung ist der Geldbetrag zur Erfassung der Leistungs- und Wertminderung eines Wirtschaftsguts infolge von Benutzung, Verbrauch oder Alterung.
Aktiengesetz (AktG)
Das Aktiengesetz (AktG) regelt im Wesentlichen die Errichtung, die Verfassung, Rechnungslegung, Hauptversammlungen und Liquidation von Aktiengesellschaften (AG) sowie von Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA). Darüber hinaus ist das deutsche Konzernrecht im Aktiengesetz geregelt.
Anhang
Erläuterung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung im Jahresabschluss.
Asset deal
Unterart des Unternehmenskaufs. Der Kauf des Unternehmens vollzieht sich dabei durch den Erwerb sämtlicher Wirtschaftsgüter (engl. Assets) des Unternehmens. Hierbei werden die Wirtschaftsgüter eines Unternehmens, also Grundstücke, Gebäude, Maschinen etc. im Rahmen der Rechtsnachfolge und einzelne Verbindlichkeiten einzeln übertragen.
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat ist das gesetzlich zwingend vorgeschriebene Gesellschaftsorgan einer Aktiengesellschaft. Er wird von der Hauptversammlung gewählt und vertritt die Interessen der Aktionäre. Die Aufgaben des Aufsichtsrats bestehen vornehmlich in der Berufung und Abberufung des Vorstands und der Prüfung des Jahresabschlusses. Der Aufsichtsrat selbst darf nicht in die Leitung des Unternehmens eingreifen.
Basel II
Bezeichnung für die Diskussion um die Neugestaltung der Eigenkapitalvorschriften der Kreditinstitute, seit 2007 für die Kreditinstitute verbindlich; gilt als Erweiterung des Baseler Akkords (Basel I) von 1988. Ziel von Basel II ist es, die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu erhöhen. Dazu sollen die Risiken im Kreditgeschäft besser erfasst und die Eigenkapitalvorsorge der Kreditinstitute risikogerechter ausgestaltet werden.
Balanced Scorecard
In den USA entwickeltes Managementinformationssystem, das sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Kennzahlen in einem System zusammenfasst. Kennzahlenbasiert wird dargestellt, wie die Unternehmensstrategie finanziell von den Ergebnissen aus meist drei anderen unternehmensinternen Voraussetzungen (Kundenansprache, Geschäftsprozesse und Mitarbeiter) abhängt. Diese werden mit Hilfe von messbaren Größen (Scorecards) transparent und ausgewogen dargestellt, verdeutlicht und umgesetzt.
Barwertmethode
Auch: Kapitalwertmethode oder Discounted Cash Flow Method genannt. Dabei wird eine Wertrechnung durchgeführt, um z. B. Investitionsobjekte bewerten zu können.
Beschäftigungssicherung
Maßnahmen und Regelungen zur Vermeidung von Kündigungen und zur Sicherung der Einkommen von Beschäftigten. Hierfür können arbeitsmarktpolitische, tarifpolitische und betriebliche Instrumente verwendet werden.
Betrieb
Ein Betrieb ist eine örtliche, technische und organisatorische Einheit zur Erstellung von Gütern und Dienstleistungen. Betriebe sind dem zugehörigen Unternehmen untergeordnet, ihr oberstes Ziel ist die eigene Wirtschaftlichkeit. Ein Betrieb ist der Teil der Unternehmung, in dem die Leistungserstellung stattfindet.
Betriebsgeheimnis
Als Betriebsgeheimnis bezeichnet man im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Unternehmens stehende Umstände oder Vorgänge, die nur einem begrenzten Personenkreis bekannt, für Außenstehende aber wissenswert sind, die nach dem bekundeten Willen des Betriebs- oder Geschäftsinhabers geheim zu halten sind und deren Kenntnis durch Außenstehende dem Geheimnisschutzträger zu einem Nachteil gereichen kann.
Betriebsergebnis
Das Betriebsergebnis ist der nach den Grundsätzen der Kostenrechnung ermittelte Erfolg eines Unternehmens, eines Betriebes, eines Betriebsteiles, einer Sparte oder eines Kostenträgers.
Bilanz
Die Bilanz ist die kurz gefasste Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiva) und Schulden (Passiva) in Kontenform.
Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG)
Das Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG) ist die größte Bilanzreform seit 25 Jahren. Mit dem Gesetz wird das Ziel verfolgt, das HGB-Bilanzrecht für den Wettbewerb mit den internationalen Rechnungslegungsstandards zu stärken.
Break-Even-Analyse
Die Break-Even-Analyse ist ein Verfahren, mit dessen Hilfe die Absatzmenge bestimmt werden kann, bei deren Realisierung der Gesamtumsatz die Gesamtkosten gerade deckt.
Buchführung
Buchführung ist die gesetzlich vorgeschriebene, chronologische und systematische Aufzeichnung aller Wertbewegungen eines Unternehmens innerhalb einer Rechnungsperiode gemäß den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung. Sie dient als Grundlage für die Erstellung der Bilanz und der Gewinn-und-Verlust-Rechnung am Periodenende.
Bundesarbeitsgericht
Das Bundesarbeitsgericht ist die höchste Instanz der Arbeitsgerichtsbarkeit.
Cash Flow
Cash Flow ist eine aus dem angelsächsischen Raum stammende Gewinnkennzahl der Unternehmensanalyse zur Beurteilung der Finanzkraft bzw. Liquidität eines Unternehmens. Er beschreibt die Veränderung der liquiden Mittel in einer Abrechnungsperiode. Aus seiner Höhe und Entwicklung lassen sich Rückschlüsse auf die Qualität der Finanzierung eines Unternehmens ziehen.
Cash Value Added (CVA)
Cash Value Added (CVA) ist eine Residualgewinngröße (Kennzahl); ein Residualgewinn entsteht, wenn die Gesamtkapitalrendite größer ist als die Kapitalkosten des Unternehmens. Durch Übergewinne erhöht sich der Unternehmenswert.
Controlling
Controlling ist ein umfassendes Steuerungs- und Koordinationskonzept als Teilbereich des unternehmerischen Führungssystems, dessen Hauptaufgabe die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Unternehmensbereiche ist. Im Controlling laufen die Daten des Rechnungswesen und anderer Quellen zusammen.
Corporate Governance Kodex
Der Corporate Governance Kodex ist ein von einer Regierungskommission der Bundesrepublik Deutschland erarbeitetes Regelwerk, das vor allem Vorschläge enthält, was eine gute Corporate Governance, also ethische Verhaltensweisen von Mitarbeitern und Führungen von Unternehmen und Organisationen, ausmacht.
Debitorenziel
Das Debitorenziel ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl für die Umschlags-Geschwindigkeit von Forderungen.
Deckungsbeitragsrechnung
Verfahren zur Ermittlung des Betriebsergebnisses eines Unternehmens mit Hilfe der Deckungsbeiträge (DB) der hergestellten Produkte. Man unterscheidet die einstufige Deckungsbeitragsrechnung (Direct Costing) sowie die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung (Fixkostendeckungsrechnung). Bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden zunächst die aufsummierten Deckungsbeiträge ermittelt und von diesen dann die kompletten Fixkosten abgezogen. Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung versucht, den Fixkostenblock weiter aufzuspalten und die Kosten den verursachenden Unternehmensbereichen zuzurechnen.
Due Diligence
Die sorgfältige Analyse, Prüfung und Bewertung des Kaufgegenstandes, insbesondere vor einem Unternehmenskauf, auch als Unternehmensbewertung bezeichnet.
EBT (Earnings before Tax)
EBT (Earnings before Tax) ist die Ertragskennzahl eines Unternehmens, mit der der Jahresüberschuss vor Abzug von Steuern bezeichnet wird.
EBIT (Earnings Before Interest and Tax)
Gewinnkennzahl; das EBIT wird berechnet, indem der Jahresüberschuss um die Steuern und das Zinsergebnis bereinigt wird. Es zeigt die operative Ertragskraft eines Unternehmens unabhängig von dessen Kapitalstruktur.
EBITDA (Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and Amortization)
International weit verbreitete Gewinnkennzahl, die die operative Ertragskraft eines Unternehmens unabhängig von dessen Kapitalstruktur oder Investitionsneigung zeigt. Das EBITDA setzt sich aus dem Jahresüberschuss vor Steuern, dem Zinsergebnis und den Abschreibungen des Unternehmens zusammen.
Economic Value Added (EVA)
Eine Residualgewinngröße (Kennzahl); ein Residualgewinn entsteht, wenn die Gesamtkapitalrendite größer ist als die Kapitalkosten des Unternehmens. Durch Übergewinne erhöht sich der Unternehmenswert.
Eigenkapital
Eigenkapital sind die finanziellen Mittel, die dem Unternehmen von seinen Eigentümern ohne zeitliche Begrenzung zur Verfügung gestellt werden.
Einkommenssteuergesetz (EStG)
Gesetzliche Grundlage für die Besteuerung des Einkommens natürlicher Personen.
ERP (Enterprise Resource Planning)
Betriebswirtschaftliche Anwendersoftware (z.B. SAP R/3), die unternehmensweite Ressourcen identifiziert und plant. Mit ihrer Hilfe können Kundenaufträge vom Eingang bis zur Rechnungsstellung und Buchung abgewickelt werden.
Europäische Gesellschaft (Societas Europaea – SE, Europa-AG)
Rechtsform für europäische Unternehmen, die in verschiedenen EU-Ländern tätig sind und einen grenzüberschreitenden Zusammenschluss anstreben. Die SE ermöglicht es solchen Gesellschaften, zu fusionieren beziehungsweise Holdinggesellschaften oder gemeinsame Tochtergesellschaften zu gründen, ohne dabei die unterschiedlichen Rechtsordnungen in 15 verschiedenen EU-Ländern anwenden zu müssen.
Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV)
1989 im Rahmen der EG-Harmonisierung neu geschaffene Rechtsform des europäischen Gesellschaftsrechts; ermöglicht kleineren und mittleren Unternehmen unter 500 Arbeitnehmern aus EG-Mitgliedstaaten, grenzüberschreitende Kooperationen in Form der EWIV zu betreiben, wobei diese Rechtsform selbst keine eigenen Gewinne erwirtschaften soll, sondern lediglich im Sinne einer Holding als Dachgesellschaft zu nutzen ist. In der Praxis hat diese Rechtsform noch kaum Bedeutung. Die Grundstruktur ähnelt der deutschen Offenen Handelsgesellschaft (OHG).
Finanzergebnis
Teil des Jahresüberschusses, der sich aus der Anlage (Zinserträge) und der Aufnahme von Kapital (Zinsaufwendungen) ergibt. Zweck des gesonderten Ausweises des Finanzergebnis ist es, durch die Trennung in Betriebsergebnis (Betriebsergebnis der Kreditinstitute), Finanzergebnis und außerordentliches Ergebnis einen besseren Einblick in die Erfolgsstruktur und damit die Ertragslage des Unternehmens zu liefern.
Firma
der Name, unter dem ein Kaufmann seine Geschäfte betreibt, seine Unterschriften leistet und unter dem er klagen und verklagt werden kann (§ 17 HGB). Man spricht auch von einer Firmierung.
Fixkosten
Teil der Gesamtkosten, dessen Höhe unabhängig von Veränderungen des Beschäftigungsgrades und der Produktionsmenge bleibt.
Franchise
Art vertikaler Kooperation im Marketing, zugleich Vertriebsform (Franchising): Ein Unternehmen als Franchisegeber überlässt langfristig einem anderen, dem Franchisenehmer, Waren, Leistungen, immaterielle Güter oder Know-how zum Vertrieb. Praktisch heißt dies, dass dem Franchisenehmer die Lizenz zur selbstständigen Führung des Betriebes überlassen wird, aber unter dem Firmenzeichen o. ä. des Franchisegebers. Dieser behält sich zudem i. d. R. bestimmte Weisungs- und Kontrollrechte vor und bestimmt auch weitgehend die Marketingkonzeption.
Fremdkapital
Auf der Passivseite der Bilanz (rechts) ausgewiesene Schulden eines Unternehmens; kann wirtschaftlich verursacht oder durch ein Rechtsgeschäft entstanden sein und steht dem Unternehmen nur befristet zur Verfügung. Gegensatz Eigenkapital.
Fusion
Zusammenschluss oder Verschmelzung von zwei oder mehreren Unternehmen zu einem einzigen Unternehmen.
Genossenschaft
Zusammenschluss von natürlichen und juristischen Personen (Personenvereinigung), die sich gemeinsam unternehmerisch betätigen (genossenschaftlicher Geschäftsbetrieb), d.h. die gleiche oder ähnliche wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Interessen gemeinsam verfolgen.
Genossenschaftsgesetz (GenG)
Gesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften.
Gesamtkostenverfahren
Verfahren der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zur Ermittlung des Periodenerfolgs. Nach HGB und IFRS: Gesamtkostenverfahren; anders nach US-GAAP, wonach zwingend das Umsatzkostenverfahren vorgeschrieben ist. Das Gesamtkostenverfahren orientiert sich an der Finanzbuchhaltung und das Umsatzkostenverfahren ist am Controlling ausgerichtet und setzt eine Kostenstellenrechnung voraus.
Geschäftsbericht
Der Geschäftsbericht ist die Veröffentlichung eines Unternehmens, in der es den Anteilseignern und der interessierten Öffentlichkeit gegenüber Rechenschaft über das abgelaufene Geschäftsjahr ablegt.
Geschäftsgeheimnis
siehe Betriebsgeheimnis
Geschäftsergebnis
Das Geschäftsergebnis gibt an, was das Unternehmen aus Transaktionen mit der Umwelt verdient hat; setzt sich aus dem Betriebsergebnis und dem neutralen Ergebnis zusammen.
Geschäftsführer
Gesetzlicher Vertreter und betrieblicher Leiter einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).
Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
Auch BGB-Gesellschaft. Eine auf einem Vertrag beruhende Vereinigung von Personen zur Förderung eines gemeinsam verfolgten Zweckes. Rechtliche Grundlage: §§ 705-740 BGB.
Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)
Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) präzisiert und erweitert hauptsächlich Vorschriften des HGB (Handelsgesetzbuch) und des AktG (Aktiengesetz). Mit dem KonTraG wurde die Haftung von Vorstand, Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfern in Unternehmen erweitert.
Gewinn- und Verlustrechnung (GUV)
Die Gewinn- und Verlustrechnung (GUV) ermittelt den Erfolg durch Saldierung aller Erträge und Aufwendungen der Abrechnungsperiode.
Gewinn vor Steuern (EBT)
siehe EBT
GmbH-Gesetz
Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG).
Gläubigerversammlung
Im deutschen Insolvenzverfahren das Gremium, das die Rechte der Gläubiger gegenüber Insolvenzgericht, Insolvenzverwalter und Insolvenzschuldner wahrnimmt. Sie dient damit der Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen der Gläubiger.
Goodwill
Der immaterielle Wert eines Unternehmens, z.B. Patente. Der gesamte Unternehmenswert setzt sich zusammen aus dem Substanzwert (Maschinen, Gebäude, Stille Reserven etc.) plus Goodwill.
Grundkapital
Muss bei der Gründung einer Aktiengesellschaft bzw. einer GmbH eingebracht werden. Feste Größe in der Bilanz, verändert sich im Gegensatz zum Eigenkapital des Unternehmens nicht, es sei denn die Hauptversammlung beschließt eine Erhöhung bzw. eine Senkung des Grundkapitals.
Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB)
Teils geschriebene, teils ungeschriebene Regeln zur Buchführung und Bilanzierung, die sich vor allem aus Wissenschaft und Praxis, der Rechtsprechung sowie Empfehlungen von Wirtschaftsverbänden ergeben. Ihre Aufgabe ist es, Gläubiger und Unternehmenseigner vor unkorrekten Daten, Informationen und möglichen Verlusten weitestgehend zu schützen.
GuV
Gewinn- und Verlustrechnung, siehe dort.
Handelsbilanz
Betriebswirtschaftliche: Gegenüberstellung von Aktiva und Passiva nach handelsrechtlichen Bilanzierungsvorschriften.
Handelsgesetzbuch (HGB)
Gesetz zur Regelung des Handels in Deutschland.
Handelsregister
Ein bei den Amtsgerichten geführtes öffentliches Register, das Kaufleute (Kaufmann) und Handelsgesellschaften (Handelsbetrieb) unter ihrer Firma verzeichnet und damit verbundene Rechtsverhältnisse offenkundig macht.
Handlungsvollmacht
Besonders ausgestaltete Vollmacht für Kaufleute: eine durch einen Kaufmann oder Prokuristen an Mitarbeiter erteilte, auf das Handelsgeschäft begrenzte geschäftliche Vertretungsmacht.
Hauptversammlung (HV)
Ein Organ der Aktiengesellschaft (AG). In der Hauptversammlung üben die Aktionäre, soweit gesetzlich nicht anderweitig geregelt, ihre Rechte in den Angelegenheiten der AG aus.
Holding
Eine Dachgesellschaft, die Anteile an anderen Unternehmen hält und auf diese wirtschaftlichen Einfluss ausübt, ohne dass die beherrschten bzw. kontrollierten Unternehmen ihre rechtliche Selbständigkeit verlieren.
IAS (International Accounting Standards)
Ältere Benennung der internationalen Bilanzierungsvorschriften, jetzt: IFRS (International Financial Reporting Standards).
IFRS (International Financial Reporting Standards)
Internationale Bilanzierungsvorschriften. Seit 1.1.2005 müssen alle kapitalmarktorientierten Mütterunternehmen in Europa ihren Konzernabschluss danach aufstellen; vorher bilanzierten sie zumeist nach der deutschen Rechnungslegungsvorschrift des Handelsgesetzbuchs (HGB).
Insolvenzordnung (InsO)
Regelt das Insolvenzverfahren, ein spezielles Verfahren der Zwangsvollstreckung, das dazu dient, mehrere Gläubiger eines zahlungsunfähigen (insolventen) Schuldners gleichmäßig zu befriedigen.
Investitionsrechnung
Verfahren zur Ermittlung der relativen und absoluten Vorteilhaftigkeit einer Investition. Ferner Rechentechniken zur Ermittlung eines optimalen Investitionsprogramms. Die bekanntesten traditionellen Verfahren sind: Kapitalwertmethode und interne Zinsfußmethode (interner Zinssatz).
Investmentaktiengesellschaft (InvAG)
Unternehmen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, deren durch Satzung festgelegte Tätigkeit darin besteht, ihre Mittel nach dem Grundsatz der Risikomischung in Wertpapieren oder auch in stillen Beteiligungen anzulegen und zu verwalten.
Jahresabschluss
Der rechnerische Abschluss eines kaufmännischen Geschäftsjahres.
Jahresüberschuss
Der Saldo der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Der Jahresüberschuss ist das Ergebnis, das in einer Periode erwirtschaftet wurde. Es entsteht aus dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sowie dem außerordentlichen Ergebnis nach Abzug der Einkommens- und Ertragssteuern.
Joint Venture
Eine Unternehmenskooperation bzw. eine Art von Unternehmenszusammenschluss. Englische Bezeichnung für eine Kooperationsform zwischen in- und ausländischen Unternehmungen, bei der die Partner rechtlich selbständig bleiben.
Kaizen
Japanischer Begriff (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess - KVP); bezeichnet das Streben nach permanenten Verbesserungen im Leistungserstellungsprozess sowie hinsichtlich des Leistungsergebnisses. Er ist wesentliches Merkmal des Konzepts der Lean Production. Angestrebt werden insbesondere kleine, gut zu beherrschende Verbesserungsschritte, wobei in jedem Zustand weitere Verbesserungen als möglich angesehen werden.
Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz (KapAEG)
Anfang 1998 verabschiedetes Gesetz zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Konzerne an Kapitalmärkten und zur Erleichterung der Aufnahme von Gesellschafterdarlehen.
Kapitalflussrechnung
Soll die Mittelherkunft und Mittelverwendung der liquiden Mittel darstellen; dient der Bestimmung der Zahlungskonsequenzen aus laufender Geschäftstätigkeit, aus der Investitionstätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit und kann vergangenheits- oder zukunftsorientiert ausgestaltet sein.
Kennzahlen
Kennzahlen werden innerhalb der Betriebswirtschaft zur Beurteilung von Unternehmen eingesetzt.
Kommanditgesellschaft (KG)
Eine Personengesellschaft, in der sich zwei oder mehr natürliche Personen oder juristische Personen zusammengeschlossen haben, um unter einer gemeinsamen Firma ein Handelsgewerbe zu betreiben, wobei mindestens ein Gesellschafter ein Kommanditist und ein weiterer Komplementär ist.
Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
Sonderform der Kommanditgesellschaft. Mischform zwischen Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (juristische Person). Im Unterschied zur KG halten die Kommanditisten ihre Kapitaleinlage in Form von Aktien.
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP)
japanisch: Kaizen, siehe dort.
Konzern
Zusammenfassung rechtlich selbständiger, aber wirtschaftlich unselbständiger Unternehmen unter der einheitlichen Leitung eines Unternehmens als Konzernspitze.
Konzernabschluss
Konsolidierter Jahresabschluss für die Posten der Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung aller Unternehmen, die unter der einheitlichen Leitung oder dem beherrschenden Einfluss des Mutterunternehmens eines Konzerns stehen.
Körperschaftssteuer
Steuer auf die Einkommen von Kapitalgesellschaften und gewerblichen öffentlichen Betrieben sowie Genossenschaften.
Kosten- und Leistungsrechnung (KLR)
Erfassung der Leistungsmengen und der Kosten nach Art, Ort und Träger bzw. Verursacher; dient in erster Linie der Informationsbereitstellung für die kurzfristige (operative) Planung von Kosten und Erlösen sowie deren Kontrolle anhand von Plan-, Soll- und Ist-Daten.
Kurzfristige Erfolgsrechnung (KER)
Erfolgsermittlung in kürzeren Abständen, z.B. vierteljährlich, monatlich oder sogar wöchentlich. Das älteste Verfahren zur Ermittlung des Erfolgs ist die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) der Finanzbuchhaltung.
Lagebericht
Ist von Kapitalgesellschaften neben dem Jahresabschluss zu erstellen und beinhaltet die Darstellung des Geschäftsverlaufs und der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens. Außerdem soll der Lagebericht noch auf Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Ende des Geschäftsjahres, die voraussichtliche Entwicklung der Kapitalgesellschaft, den Bereich Forschung und Entwicklung sowie auf bestehende Zweigniederlassungen der Gesellschaft eingehen. Darüber hinaus können diese Angaben freiwillig ergänzt werden, z. B. durch eine Kapitalflussrechnung. Dem Lagebericht kommt sowohl eine Rechenschafts- als auch eine Informationsfunktion zu.
Lean Management
"Schlanke Verwaltung", soll eine effiziente Unternehmensführung ermöglichen, indem Hierarchien abgebaut und Aufgaben weitestgehend delegiert werden. Auf diesem Wege sollen sich organisatorische Abläufe optimieren lassen.
Limited Company (Ltd.)
Die nicht-börsennotierte Aktiengesellschaft im britischen Gesellschaftsrecht. Sie ist in Großbritannien auch für kleine und mittlere Unternehmen die gebräuchlichste Form der Kapitalgesellschaft und erfüllt ähnliche wirtschaftliche Funktionen wie die deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine kleine Aktiengesellschaft (AG).
Liquidität
Liquidität bezeichnet die Verfügbarkeit von Kapital (monetäre Bewegungsfreiheit).
M&A (Mergers & Acquisitions)
Deutsch: Fusionen und Übernahmen; Sammelbegriff für Unternehmenstransaktionen, bei denen sich Gesellschaften zusammenschließen oder den Eigentümer wechseln. In der Regel vollzieht sich eine entsprechende Übernahme im Wege des Unternehmenskaufs.
Make-or-buy (Eigenfertigung oder Fremdbezug)
Die Überlegung, ob einzelne Komponenten des Produktspektrums im eigenen Unternehmen hergestellt werden (Eigenfertigung) oder ob es günstiger ist, diese Komponenten von Lieferanten zu kaufen (Fremdbezug).
MAPI
Eine spezielle Methode der Investitionsrechnung, die vom Machinery and Allied Products Institute (MAPI) in Washington entwickelt wurde.
Mitarbeiterkapitalbeteiligungsgesetz (MiKapBG)
Gesetz zur steuerlichen Förderung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung, in Kraft getreten am 1.4.2009. Ziel des Gesetzes ist, möglichst vielen Mitarbeitern die Beteiligung an ihrem Unternehmen zu eröffnen. Damit sollen die Möglichkeiten zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie zur Verbesserung der Eigenkapitalbasis von Unternehmen steigen.
MoMiG (Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen)
Soll die Rechtsform der GmbH für den deutschen Mittelstand attraktiver machen und so den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken. Ein Kernanliegen der GmbH-Novelle ist die Erleichterung und Beschleunigung von Unternehmensgründungen.
Offene Handelsgesellschaft (OHG oder oHG)
Personenhandelsgesellschaft, in der sich zwei oder mehr natürliche Personen und/oder juristische Personen zusammengeschlossen haben, um unter einer gemeinsamen Firma ein Handelsgewerbe zu betreiben.
Outsourcing
Bezeichnung für die Ausgliederung von bestimmten Tätigkeiten eines Unternehmens auf andere Firmen. Outsourcing ist eine Form des Fremdbezugs von bisher intern erbrachter Leistung, wobei Verträge die Dauer und den Gegenstand der Leistung fixieren. Das Konzept verlagert einzelne Unternehmensprozesse (Dienstleister, Bezugsquellen, Produzenten) nach außerhalb. Aufgrund der heutigen Kostenstrukturen sind die neuen Produktionsstätten oftmals im Ausland ansässig.
Personalentwicklung (PE)
Personalentwicklung umfasst alle Maßnahmen der Bildung und Förderung von Mitarbeitern, die durch ein Unternehmen geplant, durchgeführt oder finanziert werden. Ziel dieser Maßnahmen ist die Vertiefung bereits bestehender bzw. Vermittlung neuer Qualifikationen und die Ausrichtung der Kompetenzen der Mitarbeiter auf aktuelle und künftige Anforderungen des Unternehmens.
