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LaraSatine
unregistriert
Lohnanpassung
Hallo zusammen,
eine Kollegin hat mich gebeten etwas für sie herauszufinden, doch frei im Netz finde ich auf diese Frage keine Antwort und hoffe, dass ihr mir helfen könnt.
Sie arbeitet seit 19 Jahren in unserem Unternehmen und hat seit 1997 keinerlei Lohnerhöhung mehr bekommen. Sie meint das sei bei einer Inflation von ca. 1,5 % pro Jahr ein Brutto- Verlust von etwa 800€.
Sie möchte jetzt bei ihrem nächsten Mitarbeitergespräch diese Tatsache ansprechen und eine Lohnapassung fordern. Ihre Frage ist nun wieviel sie denn "auf einmal" fordern kann.
Mein Menschenverstand sagt mir:
Herzliche Grüße
Lara
eine Kollegin hat mich gebeten etwas für sie herauszufinden, doch frei im Netz finde ich auf diese Frage keine Antwort und hoffe, dass ihr mir helfen könnt.
Sie arbeitet seit 19 Jahren in unserem Unternehmen und hat seit 1997 keinerlei Lohnerhöhung mehr bekommen. Sie meint das sei bei einer Inflation von ca. 1,5 % pro Jahr ein Brutto- Verlust von etwa 800€.
Sie möchte jetzt bei ihrem nächsten Mitarbeitergespräch diese Tatsache ansprechen und eine Lohnapassung fordern. Ihre Frage ist nun wieviel sie denn "auf einmal" fordern kann.
Mein Menschenverstand sagt mir:
- Prinzipiell alles- das wird die Geschäftsführung aber weglachen.
- Ansonsten: 2-3%, das was eben etwa jährlich im Normalfall rumkommen sollte- je nachdem auf was die GF sich einlässt.
Herzliche Grüße
Lara
LaraSatine,
Lohnerhöhungen sind, sofern kein Tarif Anwendung findet, eine freiwillige Leistung. Insofern muss man die (nicht gestellte) Frage was Deiner Kollegin "zusteht" mit "0" beantworten.
Der Verbraucherpreis index in den Jahren 1996/97 betrug (bezogen auf 2005) 88,3 bzw. 90,0, der des Jahres 2011 betrug 110.7, 2012 gibt es naturgegbenermaßen noch nicht. Die Verbraucherpreise sind also um ca. 25% in dieser Zeit gestiegen, oder anders gerum, das Entgelt ist nur noch 80% wert. Das braucht den AG aber nicht zu beeindrucken, allenfalls kann man seine Motivation für eine Entgelterhöhung damit "moralisch" begründen.
Die Frage die den AG interessiert ist im Wesentlichen: Was kostet mich die Leistung (incl. aller Risiken) wenn ich sie woanders einkaufe ? Und eine wirksame Verhandlungsposistion kann sich der AN vor Allem dadurch schaffen, dass er dem AG (unterschwellig) klar macht, dass er die eigene Arbeitskraft auch zu besseren Konditionen anderswo vermarkten kann.
Möglicherweise ist gar nicht mal die Forderung das Entscheidende für das Gespräch, sondern eher eine sorgfältige Planung des Gespräches. Wie man dieses führt, hängt natürlich auch ganz besonders von den Gesamtumständen beim Arbeitgeber ab. Problem: Wer 15 Jahre lang klaglos bei gleichbleibendem Lohn gearbeitet hat, rangiert beim AG möglicherweise in der Kategorie "Mit dem/der kann man das ja machen."
Eine mögliche Strategie für ein solches Gespräch könnte schon sein, dass man in etwa folgendermaßen in das Gespräch geht:
1) Das Gespräch positiv beginnen. Dass einem die Arbeit Spaß macht und man gerne die Arbeit bei diesem Arbeitgeber weiterhin machen will usw (muss natürlich zum sonstigen Verhalten stimmig sein, bei dem ewigen Nörgler passt das nicht
)
Jetzt wären zwei Strategien denkbar:
2a) Man erfragt, wie zufrieden denn der Arbeitgeber mit der Arbeit sei. (Erzählen lasse).
3a) Man erwidert dass man den Eindruck hat, dass die Arbeit gar nicht richtig wertgeschätzt wird, weil es seit 15 Jahren keinerlei Anerkennung in Form einer Gehaltserhöhung gegeben habe.
oder:
2b) Man sagt, dass man ein Thema ansprechen möchte, welches einem schon seit langer Zeit auf der Seele brennt, bei dem man aber sich bisher zurückgehalten habe, weil die Arbeit so viel Spaß mache.
3b) Bei den weiteren Erläuterungen lässt man durch blcken dass der mittlerweile kaufkraftmäßig gesunkene Lohn einen mittlerweile so sehr bedrückt, dass man auch bereit ist, sein Glück außerhalb zu suchen.
4) Als Erwartung hielte ich hier auch 10% für durchaus nicht unverschämt.
5) Falls der Arbeitgeber zurückhaltend auf die Vorschläge reagiert, kann man die Frage stellen, was man tun (z.B. Fortbildung) kann/muss um mehr Geld bekommen zu können.
6) Die Formulierung der Höhe der Forderung kann man auch dem begleitenden BRM überlassen "Herr X.Y., da kann ich Frau Soundso sehr gut verstehen, ich denke es wäre an der Zeit, hier die Anerkennung mal deutlich zu machen und ich denke dass es an der Zeit wäre mal eine ordentliche Schippe drauf zu tun, bicht dass Frau Soundso uns hier abspringt. Nach den vielen Jahren wären 15% doch angemessen?"
Welche der beiden Strategien (oder eine ganz andere) wählt, hängt von der Persönlichkeit ab, der introvertierte Typ sollte nicht auf den Tisch hauen, das wirkt nicht überzeugend. Da ist die Strategie "Ich leide darunter und mittlerweile ist der Leidensdruck zu hoch." vermutlich besser.
Wovon ich ganz wenig halte sind "Argumente" wie "Alles wird teurer, ich muss meine Rechnungen schließlich auch zahlen.", man sollte so viel Rückgrat haben, zu sagen "Ich mache hier einen guten Job und erwarte dass das anerkannt wird."
Lohnerhöhungen sind, sofern kein Tarif Anwendung findet, eine freiwillige Leistung. Insofern muss man die (nicht gestellte) Frage was Deiner Kollegin "zusteht" mit "0" beantworten.
Der Verbraucherpreis index in den Jahren 1996/97 betrug (bezogen auf 2005) 88,3 bzw. 90,0, der des Jahres 2011 betrug 110.7, 2012 gibt es naturgegbenermaßen noch nicht. Die Verbraucherpreise sind also um ca. 25% in dieser Zeit gestiegen, oder anders gerum, das Entgelt ist nur noch 80% wert. Das braucht den AG aber nicht zu beeindrucken, allenfalls kann man seine Motivation für eine Entgelterhöhung damit "moralisch" begründen.
Die Frage die den AG interessiert ist im Wesentlichen: Was kostet mich die Leistung (incl. aller Risiken) wenn ich sie woanders einkaufe ? Und eine wirksame Verhandlungsposistion kann sich der AN vor Allem dadurch schaffen, dass er dem AG (unterschwellig) klar macht, dass er die eigene Arbeitskraft auch zu besseren Konditionen anderswo vermarkten kann.
Möglicherweise ist gar nicht mal die Forderung das Entscheidende für das Gespräch, sondern eher eine sorgfältige Planung des Gespräches. Wie man dieses führt, hängt natürlich auch ganz besonders von den Gesamtumständen beim Arbeitgeber ab. Problem: Wer 15 Jahre lang klaglos bei gleichbleibendem Lohn gearbeitet hat, rangiert beim AG möglicherweise in der Kategorie "Mit dem/der kann man das ja machen."
Eine mögliche Strategie für ein solches Gespräch könnte schon sein, dass man in etwa folgendermaßen in das Gespräch geht:
1) Das Gespräch positiv beginnen. Dass einem die Arbeit Spaß macht und man gerne die Arbeit bei diesem Arbeitgeber weiterhin machen will usw (muss natürlich zum sonstigen Verhalten stimmig sein, bei dem ewigen Nörgler passt das nicht
)Jetzt wären zwei Strategien denkbar:
2a) Man erfragt, wie zufrieden denn der Arbeitgeber mit der Arbeit sei. (Erzählen lasse).
3a) Man erwidert dass man den Eindruck hat, dass die Arbeit gar nicht richtig wertgeschätzt wird, weil es seit 15 Jahren keinerlei Anerkennung in Form einer Gehaltserhöhung gegeben habe.
oder:
2b) Man sagt, dass man ein Thema ansprechen möchte, welches einem schon seit langer Zeit auf der Seele brennt, bei dem man aber sich bisher zurückgehalten habe, weil die Arbeit so viel Spaß mache.
3b) Bei den weiteren Erläuterungen lässt man durch blcken dass der mittlerweile kaufkraftmäßig gesunkene Lohn einen mittlerweile so sehr bedrückt, dass man auch bereit ist, sein Glück außerhalb zu suchen.
4) Als Erwartung hielte ich hier auch 10% für durchaus nicht unverschämt.
5) Falls der Arbeitgeber zurückhaltend auf die Vorschläge reagiert, kann man die Frage stellen, was man tun (z.B. Fortbildung) kann/muss um mehr Geld bekommen zu können.
6) Die Formulierung der Höhe der Forderung kann man auch dem begleitenden BRM überlassen "Herr X.Y., da kann ich Frau Soundso sehr gut verstehen, ich denke es wäre an der Zeit, hier die Anerkennung mal deutlich zu machen und ich denke dass es an der Zeit wäre mal eine ordentliche Schippe drauf zu tun, bicht dass Frau Soundso uns hier abspringt. Nach den vielen Jahren wären 15% doch angemessen?"
Welche der beiden Strategien (oder eine ganz andere) wählt, hängt von der Persönlichkeit ab, der introvertierte Typ sollte nicht auf den Tisch hauen, das wirkt nicht überzeugend. Da ist die Strategie "Ich leide darunter und mittlerweile ist der Leidensdruck zu hoch." vermutlich besser.
Wovon ich ganz wenig halte sind "Argumente" wie "Alles wird teurer, ich muss meine Rechnungen schließlich auch zahlen.", man sollte so viel Rückgrat haben, zu sagen "Ich mache hier einen guten Job und erwarte dass das anerkannt wird."
