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Warum ist das richtige Feedback so entscheidend für eine gelungene Ausbildung?

Frage des Monats

Jeder Arbeitnehmer und ganz besonders Auszubildende, die noch ganz am Anfang ihrer beruflichen Karriere stehen, erwarten und profitieren von einem gut überlegten Feedback.

Ausbilder sind hierzu auch nach § 13 des Berufsausbildungsgesetztes (BBiG) verpflichtet, wenn eine Rückmeldung erforderlich dafür ist, dass den Azubis die berufliche Handlungsfähigkeit vermittelt wird, die sie zum Erreichen des Ausbildungsziels benötigen.

Feedback gibt Sicherheit, Orientierung und Motivation

Desinteresse des Vorgesetzten oder des Ausbilders kann einen echten Dämpfer für die Motivation bei der täglichen Arbeit darstellen. Andersherum fördert eine gute betriebliche Feedbackkultur die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit, sodass letztlich alle Beteiligten profitieren.

Feedback ist gerade in Zeiten von vermehrter Homeoffice-Arbeit wichtig

Auch auf Distanz gehört ein regelmäßiges Feedback zum Bestandteil einer guten Ausbildung. Gerade im Homeoffice besteht die Gefahr, dass Auszubildende Unsicherheiten entwickeln, einen niedrigeren Lernerfolg erzielen und sich im Stich gelassen fühlen. Regelmäßiger Kontakt und gezielt eingesetztes Lob sowie (berechtigte und konstruktive) Kritik sind daher besonders im Homeoffice unerlässlich!

Wenn Kritik, dann bitte konstruktiv!

Wichtig ist das richtige Maß. Weder ein überflüssiges Lob noch eine zu scharfe Kritik helfen weiter. Außerdem ist an eine negative Rückmeldung idealerweise auch ein Verbesserungsvorschlag zu koppeln, damit Fehler zukünftig vermieden werden können.

Zudem muss Kritik deutlich und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht werden. Sarkasmus und mehrdeutige Formulierungen haben hier nichts zu suchen. Der Ton sollte freundlich, aber bestimmt sein. Emotionen haben selbstverständlich im Arbeitsleben einen ganz niedrigen Stellenwert, stattdessen kommt es auf ein respektvolles Miteinander und Fairness an.

Ein vorformulierter Feedbackbogen kann eine sinnvolle Unterstützung sein. Einen solchen Bogen kann man für beide Seiten, also für Ausbilder und Auszubildenden entwickeln. Der Bogen sollte stets in Ruhe ausgefüllt und gemeinsam nachbesprochen werden. So wird garantiert kein Aspekt vergessen.

Regelmäßigkeit ist entscheidend

Lobt der Ausbilder in einigen Situationen, bleibt aber in vergleichbaren Situationen stumm, kann das zu einer falschen Einordnung durch den Azubi führen. Ob positive oder negative Kritik, Rückmeldungen sollten regelmäßig gegeben werden.

Niemals sollte der Ausbilder vergessen, dass sich jeder Auszubildende in einer mehrjährigen Lernphase befindet, die die ganze Ausbildung und oft noch darüber hinaus andauert. Das bedeutet, dass nicht immer nur ein gutes Arbeitsergebnis zählt, sondern oft auch ein einzelner Lernschritt auf dem Weg zum Ziel, besondere Anstrengungen oder Ehrgeiz.

Unser Tipp: Wir wäre es mit einem festen Termin für ein regelmäßiges Azubi-Feedback? Das kann für beide Seiten, also Arbeitgeber und Azubis, sinnvoll sein. Als JAV könnt ihr von eurem Vorschlagsrecht Gebrauch machen und einen regelmäßigen Termin anregen. Hilfe bekommt ihr sicherlich von eurem Betriebsrat! Ein solcher Termin muss nicht lange dauern, kann aber ein erhebliches Plus an Motivation und Sicherheit für den Azubi bedeuten.

Marie Grunden
Ass. jur.

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