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Die Shell Jugendstudie 2019 - Jugendliche wollen vor allem gehört und ernst genommen werden!

von Heike Holtmann
Ass. jur. & Mediatorin

Heike Holtmann

Was bewegt Jugendliche aktuell? Wie ist die Stimmung und wie sehen sie die Welt? Seit mehreren Jahrzehnten versuchen unabhängige Wissenschaftler und Institute (beauftragt und finanziert vom Unternehmen Shell) dies herauszufinden und zusammenzustellen.
 
Heraus kommt eine „Studie“, die nicht nur einen Einblick in den Ist-Zustand gibt, sondern die Ergebnisse mit vorherigen Erkenntnissen der Studienreihe vergleicht. Dadurch sollen Generationenentwicklungen erkennbar werden und Herausforderungen, die durch Generationenunterschiede entstehen, identifiziert werden können. Die Studie hat sich mittlerweile als Bestandteil einer umfassenden Sozialberichterstattung etabliert und wird in Fachkreisen als Referenzwerk wahrgenommen.

Also ein auch von Betrieben, Ausbildern und Recruitern viel beachtetes Werk!

Nunmehr liegt die Shell Jugendstudie 2019 vor. Und, wie ticken aktuell die Jugendlichen? Und was bedeutet dies für die Auszubildenden und JAVler in den Betrieben?

Jugendliche möchten vor allem gehört und ernst genommen werden, sie wünschen und fordern mehr Selbstbestimmung. Und sie legen Wert auf Umweltschutz.

Also nur etwas „Fridays for Future“ mit Daten aus einer wissenschaftlichen Erhebung? Könnte man meinen. Die Ergebnisse sind aber differenzierter. Und es gibt nicht „den einen Jugendlichen“ – die Welt ist bunt und vielfältig.

Unter dem Titel „Eine Generation meldet sich zu Wort“ heißt es in der Studie: Jugendliche sind heute zufrieden mit ihrer Situation. Sie glauben, dass es gerecht zugeht und blicken optimistisch in ihre persönliche und auch die gesellschaftliche Zukunft. Sie haben jedoch auch einen scharfen Blick für gesellschaftliche Missstände, prangern diese an und fordern Veränderungen ein. Sie wollen ernst genommen werden und an der Gestaltung ihrer Zukunft mitwirken. Das Engagement für politische und gesellschaftliche Themen wird dabei verstärkt durch ein zunehmendes Umwelt- und Klimabewusstsein sowie eine generelle Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber.

Grob zusammengefasst sagt die Studie:

  • Politisches Engagement wird wichtiger
  • Jugendliche sind zufrieden mit der Demokratie, aber nicht mit den Politikern
  • Sie sind mehrheitlich nicht populistisch, aber offen für populistische Aussagen
  • Jugendliche leben Toleranz und Vielfalt
  • Die Sorge um Umwelt und Klima verstärkt sich zunehmend
  • Soziale Herkunft und Bildungserfolg stehen nach wie vor im Zusammenhang
  • Gute Freunde, Partnerschaft und Familie sind wichtig
  • Insgesamt blicken Jugendliche optimistisch in die Zukunft

Findet ihr euch wieder? Oder euren Betrieb?

All die Themen könnt ihr aufgreifen in eurer JAV-Arbeit. Sei es durch Nachwuchsgewinnung für die JAV (innerbetriebliches politisches Engagement), durch Initiativen für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit im Betrieb, durch gezielte Förderung der Auszubildenden und Einsatz für einen offen und freundlichen Umgang miteinander. Und um den Kreis zu schließen: auch für Initiativen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Betrieb!

Vor allem aber könnt ihr als JAV das tun, was laut der Shell-Studie höchste Priorität hat: den Jugendlichen zuhören, bei ihren Fragen und Sorgen, aber auch bei ihren Ideen und Wünschen! Und ihr selber könnt und müsst eure Anliegen der JAV verstärkt formulieren und dem Betriebsrat und Arbeitgeber gegenüber einbringen – um als Vertreter der Jugendlichen gehört und ernst genommen zu werden!

Nach innen gelebt im Betrieb sind dies Themen, die nach außen wirken und entsprechend das Unternehmen auszeichnen können. Damit würde auch für zukünftige Bewerber die Attraktivität erhöht werden.

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