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Die BBiG-Novellierung - ein Update für alle Auszubildenden

von Marie Grunden
Dipl.-Jur.

Marie Grunden

Der Jahreswechsel ist ein üblicher Zeitpunkt für das Inkrafttreten neuer gesetzlicher Regelungen. Zu Beginn des Jahres 2020 gibt es diesmal wichtige Änderungen für alle Auszubildenden. Seit dem 01.01.2020 gilt das Berufsbildungsgesetz (BBiG) nämlich in einer neuen Form und bringt Verbesserungen für euch mit sich.

Die Reform soll dafür sorgen, dass die Ausbildungsbedingungen zukünftig besser an unsere moderne Welt und ihre Arbeitsbedingungen angepasst werden und die Ausbildungsberufe wieder attraktiver für junge Menschen werden. Das Gegenteil ist leider bisher der Fall, sodass viele Berufseinsteiger sich nach der Schule lieber für ein Studium entscheiden. Zudem ist die Abbrecherquote unter den Auszubildenden hoch, ungefähr jeder Vierte bricht seine Ausbildung ab. Folge davon ist der momentan in vielen Bereichen herrschende Fachkräftemangel. Um diesem entgegenzuwirken und die Ausbildung beliebter zu machen, soll das neue BBiG sie für euch endlich wieder schmackhafter machen.

Damit du auf dem neuesten Stand bleibst, haben wir die wichtigsten Veränderungen in aller Kürze zusammengefasst. Was gibt´s also Neues?

Azubi-Mindestvergütung

Wer im Jahr 2020 seine Ausbildung beginnt, soll im ersten Lehrjahr mindestens 515 Euro brutto pro Monat verdienen, im zweiten Lehrjahr 608 und im dritten 695. In den nächsten Jahren sollen schrittweise weitere Erhöhungen gelten. So soll bis 2023 der Lohn im ersten Jahr mindestens 620 Euro betragen. Die neuen Regelungen zur Mindestvergütung sollen Anerkennung für die Arbeit der Auszubildenden demonstrieren und die Attraktivität der Ausbildungsberufe steigern. Auszubildende, die schon vor dem 01.01.2020 ihre Ausbildung begonnen haben, fallen jedoch nicht unter diese Neuregelungen. Die Mindestvergütung gilt ebenfalls nicht für landesrechtlich geregelte Berufe wie z. B. Erzieher und bestimmte Berufe im Gesundheitswesen, vor allem nicht in den Pflegeberufen. Erfasst sind nur solche Berufe, die im BBiG oder der Handwerksordnung geregelt sind.

Internationale Berufsbezeichnungen

Die früheren Bezeichnungen „Betriebswirt“ oder „Fachkaufmann“ werden je nach Rang durch die Bezeichnungen „Geprüfter Berufsspezialist“, „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ ersetzt. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass Studium und Lehre nicht als besser oder schlechter in einem Stufenverhältnis zueinanderstehen, sondern gleichwertige Anerkennung verdienen. Der Meistertitel nach der Handwerksordnung bleibt erhalten, daneben kann zusätzlich der neue Titel „Bachelor Professional“ getragen werden. Durch die neuen Begrifflichkeiten soll auch ein internationaler Bezug hergestellt werden.

Ausbildung in Teilzeit

Mit Zustimmung des jeweiligen Betriebs soll jeder die Möglichkeit haben, seine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Dabei hat der Gesetzgeber vor allem an solche Personen gedacht, die gegenüber anderen Auszubildenden mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen haben, also z. B. Lernbeeinträchtigte oder Flüchtlinge mit fehlenden Sprachkenntnissen. Die Möglichkeit der Ausbildung in Teilzeit soll dabei jedoch nicht ausschließlich auf diese Personengruppen beschränkt sein. Grundsätzlich soll jeder nach Absprache mit dem Ausbilder dazu berechtigt sein, seine Ausbildung bei reduzierter Wochenstundenzahl auf das bis zu 1,5-Fache der gesamten Dauer zu verlängern. Eine Ausbildung, die normalerweise zwei Jahre dauert, kann dann zum Beispiel auf drei oder vier Jahre ausgedehnt werden.

Fachliteratur

Die Kosten für die Fachliteratur, welche für die Ausbildung benötigt wird, muss zukünftig der Betrieb übernehmen. Fachliteratur fällt nämlich unter die sogenannte Lernmittelfreiheit.

Vereinfachte Regelungen für die Anrechnung vorangegangener Ausbildungen

Die Regelungen für aufeinander aufbauende Ausbildungen sollen zukünftig leichter zu durchblicken und durchzusetzen sein. Beispielsweise soll die Dauer einer vorangegangenen Ausbildung ohne weitere Voraussetzungen auf eine darauf aufbauende Ausbildung angerechnet werden. Wer bereits eine Ausbildung abgeschlossen hat, kann sich in der höherwertigen Ausbildung von einem Teil der Abschlussprüfung befreien lassen. Zusätzlicher Vorteil: Durch die Vereinfachung und Verkürzung der Verfahren soll auch Bürokratie abgebaut werden.

Freistellung zur Prüfungsvorbereitung und an Berufsschultagen

Vor Abschlussprüfungen haben alle Auszubildenden einen freien Tag zur Prüfungsvorbereitung, der auch bezahlt wird. Außerdem muss der Auszubildende an Berufsschultagen, die mehr als fünf Schulstunden dauern, nicht anschließend noch im Betrieb tätig werden - so zumindest an einem Tag der Woche. Das war vorher nur für Minderjährige eindeutig geregelt und führte nicht selten zu Streitigkeiten.

Tipp

Das BBiG ist für alle Auszubildenden eines der wichtigsten Gesetze! Wenn du mehr zu den Neuregelungen erfahren willst, ist unser JAV-Campus vom 13.-14. Mai in Münster genau die richtige Wahl. Hier erwarten dich spannende Workshops, Vorträge und ein ganz besonderes Freizeitprogramm.

 

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