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Jammern hilft (nicht)

Wie ich als Führungskraft mit dem (großen) Jammern umgehen kann   

gehling

von R. Gehling
Trainerin und Beraterin

Wissen Sie, was sudern bedeutet? Österreicher verstehen darunter das Jammern über alles (und nichts).

Und eine Suderkultur nennt die österreichische Psychologin Christa Schirl das Jammern in Unternehmen, in denen ganze Abteilungen oder Teams sich in einem Jammertal befinden. Die Kollegen bestätigen sich gegenseitig damit, dass z. B. "nix funktioniert“, "alles zu viel ist“, "die oben keine Ahnung haben und für die Missstimmung verantwortlich sind “.

Diese Form von Jammern folgt einem gruppendynamischen Prozess. Etwas ist im Argen, zum Beispiel die zu hohe Arbeitsbelastung, die vierte Umstrukturierung in zwei Jahren, unklare Kommunikationsprozesse und oder zu wenig Transparenz. Vielleicht hat man sogar versucht, etwas zu ändern, hatte damit aber keinen Erfolg. Die einhellige Meinung ist, dass man eh nix ändern kann. Irgendwann gehört das Jammern zum guten Ton. Zudem fördert es das WIR-Gefühl, um dazu zu gehören muss gejammert werden. Manchmal lassen sich auch Führungskräfte "verführen“ mitzumachen. Es gibt genügend andere, die für die Misere verantwortlich gemacht werden können. Will ich aber als Führungskraft die Abteilung aus dem Jammertal herausführen, muss ich Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit den Mitarbeitern genau schauen: Was läuft (nicht) gut? Was können wir (nicht) verändern?

Aus meiner Erfahrung als externe Beraterin in Rahmen von Teamworkshops ermöglicht der differenzierte Blick: "Was läuft gut? Was sollte verbessert werden? Worauf können wir (nicht) Einfluss nehmen?“ lösungsorientiertes Denken. So kann ein verändertes WIR-Gefühl entstehen, das nicht von der gegenseitigen Bestätigung, dass nix klappt, genährt wird, sondern von der Grundhaltung, konstruktiv mit Problemen und Herausforderungen umzugehen und wieder mehr "Spaß“ beim Arbeiten zu haben.

Den gleichen Weg kann ich als Führungskraft gehen, wenn einzelne Mitarbeiter jammern und ich Bedenken habe, dass diese andere "anstecken“. Im Rahmen gemeinsamer Workshops zum Thema "Zusammenarbeit“ werden "Jammerer“ einerseits ernst genommen und geben evtl. wichtige Hinweise auf Missstände oder tieferliegende Probleme. Andererseits bekommen sie aber vielleicht auch die Rückmeldung, dass ihr Gejammer lähmend wirkt und schlechte Stimmung verbreitet. Und weil man sich nicht den Tag vermiesen lassen möchte, versucht man den Kontakt mit ihnen zu vermeiden. Diese Rückmeldung ermöglicht den "Dauersudernten“, die Auswirkungen ihres ständigen Beklagens bewusst werden zu lassen.

Habe ich nur einen Mitarbeiter, der fortlaufend jammert, sind Einzelgespräche von Nöten, um die Ursachen zu erkunden und Möglichkeiten der Veränderung auszuloten. Und manchmal hilft die Erkenntnis, dass es Menschen gibt, die mit einer negativen Grundhaltung leben. So wie mir einmal eine Mitarbeiterin sagte, sie gehe immer vom Negativen aus, um dann im besten Fall positiv überrascht zu werden.

Und dann gibt es noch das "Jammern auf hohem Niveau“. Diesen selbstkritischen Satz höre ich öfters in Unternehmen. Ich finde, es darf auf hohem Niveau gejammert werden, es bietet immer die Chance für positive Veränderungen oder dient der Psychohygiene – solange es kein "Dauersudern“ ist.

Und jeder hat mal das Recht, ab und zu zu jammern, darüber dass man schon mit dem falschen Bein aufgestanden ist, jede Ampel rot war, der PC "abstürzt“ ist, jemand einen Termin vergessen hat oder etwas nicht fertig geworden ist. Dieses Jammern kann helfen, seinen Unmut los zu werden. Und bestenfalls kann man irgendwann darüber lachen und die eigene Wahrnehmung wieder auf die Dinge lenken, die funktionieren.

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