Balanced Scorecard

Häufig hört man von Betrieben, dass dort mit der Balanced Scorecard gearbeitet werde. Dass danach Gehälter gemessen, Boni bezahlt oder und Mitarbeiter bewertet werden.

Zunächst: das ist kein rechtlicher Begriff. Vielmehr geht die Balanced Scorecard auf Arbeiten von Robert S. Kaplan und David P. Norton Anfang der 1990er Jahre an der Harvard-Universität zurück. Die Balanced Scorecard stellt ein Führungsinstrument dar, das zur Ausrichtung der Organisation an strategischen Zielen dient. Anders als die klassischen Unternehmensstrategien versucht sie, durch klare Formulierungen die Erreichung von strategischen Zielen messbar und über die Ableitung von Maßnahmen umsetzbar zu machen. Aha! Das bedeutet arbeitsrechtlich? Kommt darauf an, denn je nachdem welche Maßnahmen Umsetzung finden, löst das ein mehr oder minder starkes Recht des Betriebsrats aus.

Werden Kennzahlen, Erreichungsgrößen des Betriebes/des Unternehmens an Boni geknüpft, entsteht Mitbestimmung nach § 87 Nr. 10 BetrVG. Werden persönliche (Leistungs-) Ziele für die Mitarbeiter festgelegt, besteht Mitbestimmung nach §§ 87 Nr. 11, 94 BetrVG. "Stellt sich das Unternehmen zur Umsetzung neu auf", kommt es also zu erheblichen organisatorischen Veränderungen, kann das eine Betriebsänderung gemäß § 111 BetrVG mit der Pflicht zur Verhandlung eines Interessenausgleichs auslösen

Also je nach Ausgestaltung ist die Mitbestimmung des BR mehr oder minder umfänglich. Der Betriebsrat sollte auf jeden Fall wenn es heißt: "Wir führen eine Balanced Scorecard ein", juristische Beratung in Anspruch nehmen.