Digitalisierung erfordert Weiterbildung

Digitalisierung erfordert WeiterbildungDie Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt. Mehr als 45 Millionen Erwerbstätige sind davon in Deutschland betroffen. Zahlreiche Arbeitsbereiche werden sich verändern, wegfallen oder auch neu entstehen. Weiterbildung wird wichtiger denn je.

Sind deutsche Arbeitnehmer darauf vorbereitet?

Eine aktuelle Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) lässt daran zweifeln. Diese Untersuchung greift auf Daten des Nationalen Bildungspanels zurück. Dort hat man u. a. untersucht, wie häufig Beschäftigte an Weiterbildungen teilnehmen, um sich auf die veränderten Arbeitsbedingungen einstellen zu können.

Insbesondere Erwerbstätige mit einem hohen Anteil an Routineaufgaben, nehmen nur selten an Weiterbildungen teil. 27 % besuchten im Zeitraum eines Jahres nur einen Kurs. Das sei insofern bedenklich, als genau diese Arbeitnehmer als leicht ersetzbar gelten. Von den Beschäftigten, die weniger gefährdet seien, von modernen Technologien ersetzt zu werden, besuchten 41 % eine Weiterbildung.

Das habe Auswirkungen auf alle: Die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer und ihre Erwerbs- und Einkommenschancen werden gefährdet. Weiterqualifizierung könne dazu beitragen, Ihren Arbeitsplatz zu sichern. Den Unternehmen könne Weiterbildung helfen, ihren Bedarf an Fachkräften zu decken. D. h. Weiterbildung nehme auf dem Arbeitsmarkt für alle Beteiligten an Bedeutung zu.

Der Studie zufolge lassen sich die Unterschiede in der Weiterbildungsbeteiligung nicht durch unterschiedliche Qualifikationsstufen erklären. 37 % der Geringqualifizierten mit wenig standardisierbaren Aufgaben nahmen an einer Weiterbildung teil – unter denjenigen mit einem hohen Anteil an Routinetätigkeiten waren es nur 7 %.

Auch ein hoher Bildungsabschluss, das Alter oder ein Migrationshintergrund erklären nicht die Unterschiede in der Weiterbildungsbeteiligung. Entscheidend sei aber die betriebliche Unterstützung. Beschäftigte nähmen eher an einer Weiterbildung teil, wenn ihr Arbeitgeber die Kosten dafür übernehme und sie freistelle. Dabei spiele es auch eine Rolle, ob in einem Unternehmen klare Weiterbildungsvereinbarungen und ein Verantwortlicher dafür existieren.

Auch Sie als Betriebsrat haben Einfluss auf die betriebliche Weiterbildung. Nutzen Sie Ihr Vorschlags- und Beratungsrecht gegenüber dem Arbeitgeber hinsichtlich der Planung und Ermittlung des Berufsbildungsbedarfs.

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