Diskriminierung von LSBT-Beschäftigten

Diskriminierung von LSBT-BeschäftigtenIhnen ist der Begriff LSBT-Beschäftigte noch nie über den Weg gelaufen? Diese Abkürzung steht für lesbische, schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche (Trans*) Beschäftigte.

Leider haben diese hierzulande immer noch einen schweren Stand – und das in unserer so offen geglaubten Gesellschaft. Das Institut für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung (IDA) und die Hochschule Fresenius haben nach 2007 erstmalig wieder die Situation dieser Beschäftigten in den Blick genommen. An der Befragung „Out im Office“, gefördert von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, haben 2.884 LSBT-Beschäftigte teilgenommen. Erstmalig wurde die Zielgruppe in diesem Jahr um die bisexuellen und transgeschlechtlichen Arbeitnehmer erweitert.

Gut 76% gaben an, bereits Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt zu haben. Dabei sprechen ca. 29% offen mit allen Kollegen über ihre sexuelle Identität. Vor 10 Jahren waren es lediglich 12,7%. Gut 32% beziehen auch die Führungskräfte in diese Gespräche mit ein. Allerdings outet sich ein Drittel gar nicht bzw. vertraut sich nur sehr wenigen Kollegen an. Im Vergleich dazu waren es 2007 noch fast 52%.

Das Coming-out am Arbeitsplatz ist unter den befragten transgeschlechtlichen und bisexuellen Beschäftigten deutlich seltener. 69% der Trans*-Personen und nur 56% der Bisexuellen gehen nicht offen mit ihrer Geschlechts- bzw. sexuellen Identität um.

Drei Viertel der Umfrageteilnehmer informierten, bereits Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt zu haben. Ausgrenzung, Mobbing, Belästigungen, voyeuristisch-gesteigerte Auseinandersetzungen – die Palette ist groß.

Welche Auswirkungen hat der Umgang mit der sexuellen Identität für die Betroffenen selbst? Die Befragung hat gezeigt, dass das davon abhänge, wie offen sie damit umgehen. Verschlossene LSBT-Beschäftigte leiden häufiger an psychosomatischen Beschwerden
(z. B. Ohnmachts- oder Schwindelgefühle, Herz- oder Brustschmerzen). Offene LSBT-Arbeitnehmer leiden weniger darunter und sind auch seltener Suizid gefährdet.

Um den Anfeindungen entgegenzuwirken, seien im besonderen Maße die Unternehmen und auch Sie als Betriebsrat gefragt, die Offenheit der Arbeitnehmer zu unterstützen und Diskriminierung rigoros zu ahnden. Eine offene Unternehmenskultur könne dabei sehr hilfreich sein.

 

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