Mitarbeiterüberwachung – immer nur negativ?

Mitarbeiterüberwachung – immer nur negativ?

Die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind sehr kritisch, was die Überwachung ihrer Arbeit angeht. Sie sehen darin mangelndes Vertrauen seitens der Unternehmensleitung.

Eine aktuelle Studie des Unternehmens Capterra hat im Februar diesen Jahres 700 Arbeitnehmer*innen dazu befragt. Sie fragten die Beschäftigten nach gängigen Maßnahmen in ihren Unternehmen und was sie sich möglicherweise von ihnen erhoffen. Nicht alle Befragten standen der Mitarbeiterkontrolle ablehnend gegenüber, sie sahen darin auch Vorteile für sich und den Arbeitgeber*innen. Tatsächlich komme bei 25 % der Befragten Mitarbeiterüberwachung zum Einsatz, die in 6 % der Fälle während der Pandemie eingeführt wurde. 14 % der Befragten wissen aktuell nicht, ob sie überwacht werden.

Was wird überwacht?
  • Anwesenheit
  • Zeitmanagement
  • Arbeitslastbewältigung (Kontrolle der Arbeitspläne oder Leistungskennzahlen)
  • Mausbewegungen
  • Audiogespräche
  • Standort durch GPS oder Fahrzeugverfolgung
  • Arbeitsbereich (13 %) durch Webcams, Zeitrafferfotos oder Screenshots
Wird darüber im Vorfeld informiert?

Bedenklich stimmt, dass 16 % der Befragten gar nicht über die Maßnahmen informiert wurden, 25 % wurde es nur mündlich mitgeteilt. Die Mehrheit wurde allerdings schriftlich in Kenntnis gesetzt.

Laut Ines Bahr, Senior Analystin bei Capterra, kann mangelnde Kommunikation zur Folge haben, dass Mitarbeitende vom Schlimmsten – hinsichtlich der Verwendung der durch Überwachung gesammelten Daten – ausgehen.

Tatsächlich fühlten sich ein Drittel der Befragten bei der Einführung der Maßnahmen unter Druck gesetzt. Ihnen war teilweise nicht klar, ob sie die Maßnahme überhaupt ablehnen können.14 % haben die Überwachungsaktivität akzeptiert, weil Sie sich dazu gezwungen fühlten.

Übrigens: Setzt der Arbeitgeber Audio- oder Videoaufzeichnungen ein, ist i. d. R. die Zustimmung der Betroffenen notwendig. Schließlich wird dadurch in den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte eingegriffen.

Vor- und Nachteile der Mitarbeiterüberwachung

Zu den Vorteilen einer Überwachung befragt, hat die Hälfte diese ausdrücklich befürwortet.
Dies waren die genannten Vorteile, in der Reihenfolge der höchsten Zustimmung.

  • Transparenz: Arbeitgebende hätten einen besseren Überblick, wer viel oder wenig leiste
  • Durch Schaffung von Arbeitsnachweisen, Steigerung der Arbeitsplatzsicherheit
  • Ermittlung der Arbeitsbelastung – Arbeitsaufgaben seien dadurch einfacher zu verteilen

Andererseits waren dies die Kritikpunkte, die an der Mitarbeiterkontrolle geäußert wurden.

  • Eingriff in die Privatsphäre
  • Vertrauensverlust
  • Stress für die Beschäftigten
  • Negative Auswirkungen auf die Arbeitsmoral

In Summe sind dies Ergebnisse, die vermutlich viele von uns nicht für möglich gehalten hätten.

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