Nur Bares ist Wahres – oder die Debatte, um die Höhe des Mindestlohns

Moos, Zaster, Schotter, Penunsen: viele Ausdrücke für eine wichtige Sache, das Geld. Macht es glücklich? Das vielleicht nicht unbedingt, aber sicherlich macht es ruhiger, ausreichend davon zu haben. Je mehr im Portemonnaie ist, umso weniger Sorgen muss man sich um die Zahlung der anstehenden Rechnungen machen. Das beruhigt!

Also haben alle ein Interesse, so viel wie möglich zu verdienen. Gehört man zu den weniger Privilegierten, wie z.B. den Geringverdienern, profitiert man seit dem 1. Januar diesen Jahres von der Anhebung des Mindestlohns auf 8,84 Euro. 34 Cent, das haut einen allerdings nicht vom Hocker. In 21 von 28 EU-Staaten, die über solch eine Lohnuntergrenze verfügen, ist der Mindestlohn im letzten oder Anfang dieses Jahres gestiegen. Teilweise erheblich. In Deutschland jedoch ist die Lohnuntergrenze sowie deren Erhöhung im Vergleich zu anderen westeuropäischen Staaten unterdurchschnittlich. Dies geht aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor.

So viel Mindestlohn bekommen unsere Nachbarn – um nur einige Beispiele zu nennen:

Luxemburg:    11,27 Euro
Frankreich:    9,76 Euro
Niederlande:    9,52 Euro
Belgien:    9,28 Euro
Irland:        9,25 Euro

2016 legten die Mindestlöhne der EU-Länder durchschnittlich um 5 Prozent zu. Die südeuropäischen EU-Staaten haben allerdings Lohnuntergrenzen zwischen 3,35 Euro in Griechenland und 4,29 Euro in Spanien. In anderen mittel- und osteuropäischen Ländern liegt der Mindestlohn sogar noch darunter. Wobei man auch nicht die Lebenshaltungskosten außer Acht lassen darf, die dort deutlich geringer sind als in Westeuropa.

Betrachtet man die deutsche Lohnuntergrenze im Verhältnis zu den nationalen Lebenshaltungskosten, profitieren deutsche Mindestlohnbezieher vom vergleichsweise günstigen Preisniveau in Deutschland. Ihre Kaufkraft ist etwas höher, als z.B. die der Mindestlohnempfänger in den Niederlanden.

Auch im Europaparlament kommt regelmäßig die Erhöhung des Mindestlohns auf den Tisch. Im Herbst 2016 wurde als Ziel formuliert, europaweit stufenweise ein Niveau von mindestens 60 Prozent des jeweiligen nationalen Durchschnittslohns zu erreichen. Gemessen am Medianlohn liegt zur Zeit der Mindestlohn in Deutschland bei 48%.

Es gibt also noch reichlich Luft nach oben.

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie hier

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