Tägliche Pause: unverzichtbar für alle Beschäftigten

Tägliche Pause: unverzichtbar für alle Beschäftigten

Sie ist zwar gesetzlich verankert, die tägliche Pause am Arbeitsplatz, das bedeutet leider aber nicht, dass sie auch selbstverständlich ist. 20 % der Beschäftigten (lt. Information des Arbeitsministeriums) können keine wirklichen Pausen machen – aus unterschiedlichen Gründen. Da das die Fehleranfälligkeit und Unfallgefahr erhöht, sollte von den Unternehmen gegengesteuert werden.

Jeder deutsche Beschäftigte hat, wenn er zwischen sechs und neun Stunden arbeitet, ein Recht auf eine Pause von 30 Minuten. Geht die Arbeitszeit über die neun Stunden hinaus, erweitert sich die Pausenzeit auf mindestens 45 Minuten.

Die Praxis sieht aber leider anders aus. Vielen Arbeitnehmenden fehlt die Zeit für eine richtige Pause, einige machen nur wenige Minuten, andere gar keine Pause. Die Gründe dafür können z. B. in der niedrigen Personaldecke, Druck durch Kunden oder Stress durch ein fertigzustellendes Projekt liegen. Branchen, die davon häufig betroffen sind, sind die Gastronomie, Pflege oder andere Sozialberufe, Einzelhandel oder Verkehr.

Dass auf Pausen im Notfall oder Einzelfall verzichtet wird, ist nicht ungewöhnlich, es sollte allerdings nicht alltäglich werden. Denn neben der steigenden Fehler- und Unfallgefahr, wenn man lange am Stück arbeitet, erhöht sich zusätzlich das Risiko krank zu werden. Eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover belegt, dass Chirurgen weniger Fehler bei Operationen begehen, wenn sie ausreichend Pausen machen. Auch viele Krankenkassen empfehlen, die Ruhezeiten einzuhalten – und das nicht nur den Chirurgen. Mit Pausen arbeite man kreativer, aufmerksamer und exakter.

Zudem seien Ruhepausen eine gute Prävention, um nicht an Stress oder Burn-out zu erkranken. Die Anzahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen bzw. Burn-out haben in den vergangenen Jahren ständig zugenommen. Betroffene fallen teils monatelang aus, andere reduzieren daraufhin die Arbeitszeit oder finden gar nicht mehr an den Arbeitsplatz zurück.

Zudem erhöhen sich durch zu lange Wochenarbeitszeiten und unzureichende Pausen die Todesfälle durch Herzkrankheiten und Schlaganfälle deutlich, laut einer gemeinsamen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der internationalen Arbeitsorganisation (IAO). Betroffene Arbeitnehmer berichten häufig über psychosomatische Beschwerden wie Schlafprobleme, Müdigkeit oder Gereiztheit.

Was passiert in den Pausen?

Der Körper baut in Pausen Müdigkeit ab.

Zahlreiche Studien haben sich mit diesem Thema beschäftigt. Eine Metastudie der BAuA , unter Leitung des Psychologen Dr. Johannes Wendsche, zeigt die positiven Aspekte der regelmäßigen Pausen. Ausgewertet haben die Wissenschaftler für ihre Metastudie 160 Publikationen aus der Pausenforschung der letzten 25 Jahre.

Regelmäßige Pausen führen laut der Metastudie nicht nur zu einer höheren Produktivität und weniger Fehlern, sondern verbessern auch das seelische Wohlbefinden und verhindern körperliche Beschwerden.

Was kann die Lösung sein?

 Notwendig ist mehr Personal für das gleiche Arbeitsaufkommen. Diese notwendigen Fachkräfte gewinnt man nur, wenn angemessene Gehälter gezahlt werden und die Arbeitsbedingungen stimmen – zu denen auch die regelmäßigen Pausen gehören.

Und vielleicht muss man sich auch von dem Gedanken verabschieden, dass der Kunde immer König ist. Die Beschäftigten und ihre Bedürfnisse dürfen nicht zweitrangig sein.

Umso wichtiger ist es, dass Sie als Betriebsrat überwachen, ob die Arbeitszeitvorschriften mit den Ruhepausen eingehalten werden.

Unser Seminartipps:              Arbeitszeit und Arbeitszeitgestaltung I

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