Wie anpassungs- und wandlungsfähig sind deutsche Unternehmen?

Mehr als zwei Jahre Pandemie haben den Unternehmen einiges abverlangt. Innerhalb kürzester Zeit mussten sie Konzepte zum Infektionsschutz umsetzen und wenn möglich auf Remote Work umstellen.

Gelingt es den Unternehmen aber auch drängende Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit strukturiert und langfristig anzugehen? Eine Befragung der Unternehmensberatung Staufen hat im „Change Readiness Index 2022“ 363 deutsche Unternehmen zum Thema „Unternehmen im Wandel“ befragt. Mit der Kernaussage, dass die Betriebe ihre eigene Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit in den letzten Jahren nur leicht steigern konnten.

Weitere Ergebnisse der Studie

Da das Veränderungstempo der deutschen Wirtschaft permanent steige und der technologische Fortschritt voranschreite, sei es für Betriebe überlebenswichtig, auch über den Tellerrand hinauszuschauen. Vielen gelinge genau das aber nicht, seien zu sehr mit Reaktionen auf aktuelle Herausforderungen beschäftigt.

Um mit dem Wandel standhalten zu können, dürfen Prozesse nicht nur dokumentiert, sondern müssen auch kritisch geprüft werden. Auch veraltete Führungsmethoden und überholte Karrierestrukturen gehören auf den Prüfstand.

Hinsichtlich der Digitalisierung und des Themas Industrie 4.0 existieren sehr große Unterschiede. Neben digitalen Vorreitern gebe es leider auch enorm viele Nachzügler. Bedauerlicherweise kämen in zahlreichen Unternehmen der Know-how-Aufbau in Sachen Digitalisierung nicht voran.

Woran liegt der weitgehende Stillstand?

Die Antwort darauf ist für die meisten Befragten klar. Durch die Herausforderung mit der Pandemie seien wichtige Themen auf der Strecke geblieben. Dennoch gehen 77 % der Befragten davon aus, dass sich ihr Unternehmen in den letzten zwei Jahren stark verändert habe. In erster Linie wurden dazu Wandlungsfähigkeit in der Führungs- und Unternehmenskultur, Strukturen und Prozessen sowie bei Beschäftigten und Qualifikationen genannt.

Corona als Chance?

Allerdings werde Corona auch als Katalysator für Veränderungen gesehen. Das gesamte Wirtschaftssystem und alle Unternehmen wären immer wieder mit neuen Herausforderungen zur Krisenbewältigung konfrontiert worden. Dabei sei schnelles Handeln gefragt gewesen. Viele Prozesse seien daraufhin angepasst worden: angefangen vom Homeoffice über digitale Meetings über diverse Plattformen.

Mittlerweile sei es aber auch nicht mehr die Frage, ob sich die Unternehmen wandeln wollen, sondern wie schnell sie dazu in der Lage seien. Das entscheide über ihre Wettbewerbs- und letztlich auch Überlebensfähigkeit. In einigen befragten Betrieben sei aufgefallen, dass sich die Innovationskraft in letzter Zeit verringert habe. Das sei häufig ein Problem in Unternehmen, die auch schon vor der Pandemie wenig fortschrittlich waren.

Die wahrscheinlich langfristigen Folgen der Pandemie, wie Unterbrechung der Lieferketten und eingespielter Strukturen, seien ein guter Anlass für radikale Veränderungen. Denn früher florierende Geschäftsmodelle, werden zukünftig nicht mehr funktionieren. Und es sei nicht ausreichend, an den Symptomen zu arbeiten, sondern es bedürfe grundsätzlicher Veränderungen.

Fazit:

Ging es in den letzten zwei Jahren darum, den Betrieb unter Corona-Bedingungen am Laufen zu halten, muss es jetzt darum gehen, mit Innovationskraft den Wandel aktiv zu gestalten.

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Ein Kommentar

  1. Mit diesem Artikel bin ich ziemlich d´accord. Die Pandemie hat gezeigt welche Unternehmen am meisten bei Katastrophen verbluten. Als Gegenstück dazu sind alle Unternehmen die im Online-Business aktiv sind ziemlich wohl auf.
    Um so mehr tuen mir die Unternehmen leid die eine Filiale betreiben und unter Corona Maßnahmen viele Kosten und Aufwendungen einstecken mussten + Verlust von Kunden.

    13. Mai 2022
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