Wie steht’s um die Ethik und Moral in deutschen Unternehmen?

Wie steht's um die Ethik und Moral in deutschen Unternehmen?Vermutlich nicht besonders gut, wenn man den zahlreichen Medienberichten über Manager einiger Automobilkonzerne und Banken Glauben schenkt. Einwandfreies Verhalten am Arbeitsplatz scheint nicht mehr en vogue zu sein. Stehen nur noch wirtschaftliche Interessen im Mittelpunkt?

Die Gallup Studie „The Real Future of Work“ hat dazu jeweils 1.000 Arbeitnehmer in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien befragt. Die Aussage, dass Unternehmen ihre Kunden niemals belügen oder ihnen wichtige Informationen vorenthalten, bestätigen nur 37 % der deutschen Beschäftigten. Lediglich 22 % glauben, dass ihr Unternehmen nicht nur den eigenen Profit bzw. den eigenen Vorteil sehe.

Aber nicht nur das Vertrauen in die Führungsetage scheine wenig ausgeprägt zu sein, sondern auch in die eigenen Kollegen. Lediglich 17 % der Befragten in Deutschland gehen davon aus, dass ihre Kollegen sich so verhalten, wie es für die Kunden richtig und wichtig sei. Das sehe im europäischen Vergleich anders aus. Betrachte man den Durchschnitt der anderen befragten vier Länder, liege dieser hinsichtlich des Vertrauens in Kollegen bei 29 %.

Die Studie hat auch bestätigt, dass es sehr stark von der Kommunikation mit den Führungskräften abhänge, ob Beschäftigte das Verhalten des Arbeitgebers als integer einstufen. 43 % der Mitarbeiter, die sich mit ihrem Chef regelmäßig über ethische Fragen unterhalten, gehen davon aus, dass ihre Unternehmensleitung den Kunden niemals bewusst täuschen oder Informationen vorenthalten würde. Ein guter Chef müsse ihrer Meinung nach auch Fehlverhalten ahnden, das gehöre dazu.

Marco Link, Mitautor der Studie, sagt, dass Mitarbeiter sensibilisiert werden müssen, ihren eigenen moralischen Kompass bei der Arbeit zu nutzen. Moderne Unternehmen würden hier auf Eigenverantwortung, flache Hierarchien und die Führungskraft als Vorbild setzen. Wichtig sei, dass Teammitglieder jederzeit die Möglichkeit hätten, gegenüber dem Vorgesetzten Bedenken zu äußern. Viele trauen sich das scheinbar nicht, weil in einigen Unternehmen eine Angstkultur herrsche und daher Fehler und Probleme leider nicht transparent gemacht würden. Eine offene Kommunikation sei daher das A und O.

Laut Befragung führen Compliance-Programme nicht zum gewünschten Erfolg. Häufig bieten Unternehmen Schulungen für die Beschäftigten an, um die Einstellung und das ethische Verhalten zu verbessern. 2018 haben in Deutschland 28 % daran teilgenommen. Doch was bringt es, am ethischen Verhalten der Mitarbeiter zu arbeiten, wenn die Führungsetage sich darüber hinwegsetzt? Auch die Mitarbeiter, die an diesen Schulungen teilnahmen, wurden befragt, ob sie sicher seien, dass ihr Arbeitgeber die Kunden niemals belügen würde bzw. ihnen keineswegs Informationen vorenthält. Das bejahten europaweit 35 %.  Bei Mitarbeitern ohne Schulung waren dies 33 %, also unwesentlich weniger.

Ethik und Moral erprobten sich im Alltag, so Marco Link. Entscheidend sei Offenheit und Dialog, um sich gegenseitig zu vertrauen.

Werden in Ihrem Unternehmen auch Themen wie Compliance und Ethik-Richtlinien in einer neuen Firmenphilosophie fokussiert, sollten Sie sich dazu schlau machen und ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten kennen. Im Seminar „Compliance und Ethik-Richtlinien im Betrieb“ lernen Sie, wie Verhaltensregeln wirken und an welcher Stelle Kollegen vor strengen Regeln geschützt werden müssen.

 

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