Vielen Arbeitnehmern und  Personalern ist gar nicht bekannt,  dass auch Betriebsräte das Recht haben,  Kündigungen gegen einzelne Mitarbeiter zu erwirken, wenn diese durch gesetzwidriges Verhalten oder durch rassistische oder fremdenfeindliche Betätigung den Betriebsfrieden wiederholt ernstlich gestört haben (§ 104 BetrVG).

Klar sind die Hürden hoch, da hier in die Personalhoheit des Arbeitgebers eingegriffen wird. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass der Betriebsrat dieses Recht erfolgreich geltend macht, wie die nachfolgende Entscheidung des BAG vom 28.03.2017 (2 AZR 551/16) zeigt:

Mitte 2015 beantragte der Betriebsrat eines Versicherungsunternehmens beim Arbeitgeber die Entlassung, bzw. Versetzung einer langjährigen Angestellten. Es stünde der Vorwurf im Raum, dass die Beschäftigte gegenüber anderen Kollegen handgreiflich geworden sei. Als der Arbeitgeber sich weigerte, leitete der Betriebsrat ein Beschlussverfahren ein. Das Arbeitsgericht Düsseldorf gab dem Betriebsrat Recht und wies den Arbeitgeber an, die betroffene Mitarbeiterin antragsgemäß zu „entlassen“.  Daraufhin kündigte der Arbeitgeber der Beschäftigten außerordentlich fristlos, hilfsweise ordentlich fristgerecht. Nach Klage der Beschäftigten gegen die Kündigung hat das Bundesarbeitsgericht nun abschließend entschieden, dass aufgrund der rechtskräftigen Entscheidung des Arbeitsgerichts Düsseldorf für die ordentliche Kündigung ein dringendes  betriebliches Erfordernis gegeben war. Zumindest die ordentlich fristgerechte Kündigung durch das Unternehmen hat das BAG damit bestätigt.

Die Entscheidung zeigt sehr deutlich, dass das Betriebsverfassungsgesetz ein sehr „scharfes Schwert“ sein kann.  Mitarbeiter, die den Betriebsfrieden massiv stören, müssen nicht nur mit einer vom Arbeitgeber veranlassten Kündigung rechnen. Auch der Betriebsrat kann notfalls eine Kündigung erzwingen.

Recht für Betriebsräte

Seit Ende der 80er Jahre wird es vorhergesagt: das papierlose Büro. Weg mit den Papierbergen, unzähligen Akten und Kopien. Alles sollte nur noch rein digital verwaltet werden, um die Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

So langsam ist es in den Unternehmen auch angekommen, das digitale Büro. Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom aus 2016 erkennen 88 Prozent der Unternehmen die Digitalisierung als Chance. Büroarbeitsplätze werden modernisiert und damit ein sehr wichtiger Teil der Digitalisierungsstrategie umgesetzt. Obwohl Smartphones und Tablets zum Arbeitsalltag gehören, wird der herkömmliche Desktop-PC nicht aus deutschen Büros verschwinden. Durch das Verschmelzen von Betriebssystemen und Anwendungen, können z.B. Außendienstler mithilfe eines Office-Pakets aus der Cloud alle Geschäftsanwendungen immer und überall nutzen. Auf mobilen Geräten lassen sich die Dateien aus dem Büro problemlos bearbeiten und auch mit anderen teilen. Um dann mithilfe von Videochatprogrammen besprochen zu werden.

Der amerikanische Softwarehersteller BMC  hat in einer Studie prognostiziert, dass bis 2020 persönliche Gespräche um 12 Prozent abnehmen werden. Die Kommunikation über E-Mail hingegen wird um 29 Prozent zunehmen, Videocalls um 46 Prozent und mobile Messengerdienste wie WhatsApp um 38 Prozent. Auch die Nutzung sozialer Netzwerke wird um 22 Prozent steigen.

Neue Technik und schnellere Netze sorgen dafür, dass Beschäftigte mehr Mobilität und Flexibilität fordern. Ob Arbeit im Büro, im Home-Office oder im Café, sie wollen selbst entscheiden, wo sie arbeiten – was langfristig vermutlich dazu führen wird, dass feste Arbeitsplätze langsam aber sicher aussterben. Mobile Arbeitsplätze und innovative Arbeitsplatzkonzepte hingegen sind auf dem Vormarsch.

Und da die jüngere Generation mit den neuesten Technologien aufgewachsen ist und sie privat auch intensiv nutzt, hat sie die Erwartung, dass ihre IT-Arbeitsplätze genauso fortschrittlich eingerichtet sind. Schließlich erwarten Sie den gleichen Komfort im Job wie privat.

Laut Studie des Analyseunternehmens IDC plant bis Ende 2017 jedes zweite deutsche Unternehmen, virtuelle Arbeitsplätze aus der Public Cloud bereitzustellen. Das bedeutet für eine größere Personenzahl einen höheren geräteunabhängigen Zugriff auf IT-Anwendungen – für eine höhere Mitarbeiterproduktivität. Aber natürlich geht es auch darum, bestehende Prozesse zu optimieren. Jetzt landen die wichtigen Unterlagen auf dem Server, auf Festplatten oder in der Cloud. Dort sind sie geschützt, auch gegen Fremdzugriff. So können sie von allen Mitarbeitern bearbeitet werden und sind schnell wiederzufinden.

Auch die Buchhaltung profitiert von digitalen Softwarelösungen, sie ermöglichen eine automatisierte Rechnungserstellung. Bereits 18 Prozent der Unternehmen nutzen diese bereits. In Großunternehmen sind es sogar schon 25 Prozent. Nach Angaben von IDC haben bereits sieben von zehn Betrieben ihre Papierakten zumindest teilweise digitalisiert. Auch Arbeitsplätze aus der Cloud sind keine Zukunftsmusik mehr. Den IT-Abteilungen bieten sie Vorteile durch die Skalierbarkeit, das Entstehen kurzfristiger neuer Arbeitsplätze und eine verbrauchsorientierte Abrechnung.

Gelingt es dann noch Bedenken hinsichtlich der Stabilität, der Sicherheit und der Compliance abzubauen, ist sie zum Greifen nah: die schöne, neue digitalisierte Arbeitswelt.

Allgemein

Egal ob arm oder reich, gebildet oder nicht, Suchterkrankungen ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten. Und natürlich sind auch Frauen betroffen.

Die weibliche Drogensucht wird allerdings schneller tabuisiert, stigmatisiert und findet oft im Verborgenen statt. Deshalb wird sie häufig als die stille Sucht bezeichnet. Was auch dazu führt, dass Frauen von ihrer Umwelt später mit der Suchtdiagnose konfrontiert werden und weitaus später Beratungsstellen aufsuchen als Männer. Oft liegen die Ursachen für eine spätere Abhängigkeit schon in der Kindheit.

Anfang März wurde darauf im veröffentlichten Bericht des Internationalen Suchtstoffkontrollrats „International Narcotics Control Board (INCB)“ hingewiesen. Dieser analysiert die globale Drogenkontrollsituation und gibt Handlungsempfehlungen zur Bewältigung drogenbedingter Herausforderungen.

Laut Bericht nehmen Frauen therapeutische Angebote deutlich weniger wahr als Männer. Ein Drittel der globalen Drogenkonsumenten sind Frauen bzw. Mädchen, aber nur einer von fünf Behandlungsempfängern ist weiblich. Das ist nicht nur für die Betroffenen selbst problematisch, sondern auch für die Familie, insbesondere die Kinder – ungeboren oder auch neugeboren. Hinzu kommt, dass Kinder suchtkranker Eltern einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind, später ebenfalls abhängig zu werden. Der Anteil der Drogenabhängigen mit Kindern, beträgt etwa ein Drittel.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert daher, dass die Drogenpolitik die speziellen Bedürfnisse von Frauen erkennen und auch berücksichtigen muss. Es gebe viele Barrieren, die Frauen davon abhalten, sich in Behandlung zu begeben. Sei es Ausgrenzung durch die eigene Familie oder auch die generelle Tabuisierung von Sucht – beides verhindert rechtzeitige lebensrettende Maßnahmen. Diese müssen überwunden werden. Obwohl in Deutschland in den letzten Jahren viel geschehen sei, gelte es nach wie vor, die Frauenrechte weltweit zu stärken und zielgruppengerechte Hilfsangebote auszubauen. Den Betroffenen selbst soll eine bestmögliche Orientierung gegeben werden.

Der Präsident des INCB fordert alle Regierungen weltweit auf, den Zugang zu Prävention, Behandlung und Wiedereingliederung zu verbessern und das mit der Abhängigkeit verbundene Stigma abzubauen.

Es besteht also noch enormer Handlungsbedarf – der Weg ist zwar schon in Sicht, aber er ist noch lang.

Gesundheit

Werden Männer ihrem Ruf des „starken Geschlechts“ auch wirklich gerecht? Was Verhandlungen angeht, ist das klar zu verneinen. Im Gegenteil, hier sind sie häufig in der Rolle des „schwächeren Geschlechts“. Das hat eine wissenschaftliche Studie des Organisationspsychologen Jens Mazei der Universität Münster und Kollegen aus Münster, Lüneburg und den USA (2015) untermauert.

Wer letztlich erfolgreicher ist, hängt sehr vom Zusammenhang ab. Frauen überzeugen in Situationen, in denen sie sich nicht für eigene Belange, sondern für die Dritter einsetzen. Hier bestätigt sich das, was man in der Regel auch vom weiblichen Geschlecht erwartet: entgegenkommendes, beziehungsorientiertes Verhalten und das Einsetzen für das Wohlbefinden anderer. Der Verhandlungspartner nimmt das als Stärke wahr und die Frau wirkt kompetent. Sie kann ihr Verhandlungsgeschick erfolgreich als Strategie gegen Männer nutzen.

Die Studie hat drei Tipps für Frauen, die ihren Verhandlungserfolg optimieren möchten:

1.    Sich selbst treu bleiben sowie authentisch verhalten und verhandeln.

2.    Klassische Rollenklischees verbannen: Stellen Sie sich vor, dass Sie stellvertretend
für Dritte agieren.

3.    Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken: beziehungsorientiert, engagiert für das Wohl-
ergehen Dritter und entgegenkommend.

Also liebe Frauen, keine Angst vor männlich dominierten Ebenen. Arbeiten Sie an Ihren Stärken und entwickeln Sie gezielte Strategien mit einem gelungenen Zusammenspiel von Ratio und Intuition. Sie sind stark!

Unser Seminartipp „Symposium: Betriebsrätinnen und Frauen in Unternehmen

Allgemein

Moos, Zaster, Schotter, Penunsen: viele Ausdrücke für eine wichtige Sache, das Geld. Macht es glücklich? Das vielleicht nicht unbedingt, aber sicherlich macht es ruhiger, ausreichend davon zu haben. Je mehr im Portemonnaie ist, umso weniger Sorgen muss man sich um die Zahlung der anstehenden Rechnungen machen. Das beruhigt!

Also haben alle ein Interesse, so viel wie möglich zu verdienen. Gehört man zu den weniger Privilegierten, wie z.B. den Geringverdienern, profitiert man seit dem 1. Januar diesen Jahres von der Anhebung des Mindestlohns auf 8,84 Euro. 34 Cent, das haut einen allerdings nicht vom Hocker. In 21 von 28 EU-Staaten, die über solch eine Lohnuntergrenze verfügen, ist der Mindestlohn im letzten oder Anfang dieses Jahres gestiegen. Teilweise erheblich. In Deutschland jedoch ist die Lohnuntergrenze sowie deren Erhöhung im Vergleich zu anderen westeuropäischen Staaten unterdurchschnittlich. Dies geht aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor.

So viel Mindestlohn bekommen unsere Nachbarn – um nur einige Beispiele zu nennen:

Luxemburg:    11,27 Euro
Frankreich:    9,76 Euro
Niederlande:    9,52 Euro
Belgien:    9,28 Euro
Irland:        9,25 Euro

2016 legten die Mindestlöhne der EU-Länder durchschnittlich um 5 Prozent zu. Die südeuropäischen EU-Staaten haben allerdings Lohnuntergrenzen zwischen 3,35 Euro in Griechenland und 4,29 Euro in Spanien. In anderen mittel- und osteuropäischen Ländern liegt der Mindestlohn sogar noch darunter. Wobei man auch nicht die Lebenshaltungskosten außer Acht lassen darf, die dort deutlich geringer sind als in Westeuropa.

Betrachtet man die deutsche Lohnuntergrenze im Verhältnis zu den nationalen Lebenshaltungskosten, profitieren deutsche Mindestlohnbezieher vom vergleichsweise günstigen Preisniveau in Deutschland. Ihre Kaufkraft ist etwas höher, als z.B. die der Mindestlohnempfänger in den Niederlanden.

Auch im Europaparlament kommt regelmäßig die Erhöhung des Mindestlohns auf den Tisch. Im Herbst 2016 wurde als Ziel formuliert, europaweit stufenweise ein Niveau von mindestens 60 Prozent des jeweiligen nationalen Durchschnittslohns zu erreichen. Gemessen am Medianlohn liegt zur Zeit der Mindestlohn in Deutschland bei 48%.

Es gibt also noch reichlich Luft nach oben.

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie hier

Recht für Betriebsräte