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So motivieren Sie Ihre Mitarbeiter zum Mitgestalten

von R. Greim
Dipl.-Päd., Trainer und Berater

greim

Eigentlich sagt das Wort "Mitarbeiter" schon etwas über ein gewisses verantwortliches Denken aus: Mitdenken. "Weg-Arbeiter" denken anders. Und Arbeiter?
 
Jede Führungspersönlichkeit wünscht sich Mitdenker, viele sogar Voraus- oder Vor-Denker. Diese können entwickelt werden, sollten sie (noch) nicht vorhanden sein. Was braucht es dafür? Wie eine Pflanze die wenigen Faktoren Licht, Wärme, sauberes Wasser und Nährstoffe braucht, um zu gedeihen, brauchen Mitarbeiter Aufmerksamkeit, Respekt, saubere Kommunikation und einen Grund, sich zu verändern.

Mit diesem kleinen Exkurs in die Natur möchte ich dazu anregen, einmal innezuhalten, zu beobachten und das, was uns im beruflichen Kontext täglich begegnet neu, zu entdecken:

Was ist bei uns eigentlich natürlich oder naturgemäß? Und wie können wir das für das Bewältigen der täglichen Lernprozesse nutzen?

Stellen Sie sich, nein besser den Arbeitern, Weg-Arbeitern und Mitarbeitern diese Fragen. Und regen Sie damit einen konstruktiven Dialog an, der geprägt ist von folgenden Faktoren:

Aufmerksamkeit: "Ich höre dir genau zu und versuche, deine Lösungsansätze zu finden, dir diese zu reflektieren und sie gemeinsam auszuprobieren."

Respekt: "Ich bewerte deine Meinung nicht, du hast aus deiner Sicht Recht. Deine Sichtweise bereichert das Wissen des Teams. Klarheit entsteht durch Aufklärung und Erklärung."

Saubere Kommunikation: "Ich will dich verstehen - also frage ich dich, wiederhole mit eigenen Worten, was ich verstanden habe, achte auf meine Gefühlswelt und mache dich nicht verantwortlich, für meine aus deinen Aussagen entstehenden Gefühle, die in meinen Interpretationen begründet sind."

Grund, sich zu verändern: "Ich höre auf deine Intentionen, deine Motive und Interessen und stimme diese mit den betrieblichen Erwartungen an deine Funktion/Stelle ab. Dann klären wir den Sinn des Veränderungsprozesses für dich ab und kalkulieren gemeinsam den Aufwand im Verhältnis zum Nutzen."

Was ist für Sie als Führungskraft zu tun?

Stellen Sie ein Feld zur Verfügung, auf dem die Saat aufgehen kann. Schaffen Sie Rahmenbedingungen zum Wachsen und Gedeihen sowie Räume für konstruktiven Austausch der Ideen aller Beteiligten: der Wegarbeiter, Mitarbeiter, Nacharbeiter, Vorarbeiter, Querarbeiter. Das führt zum Wegdenken, Mitdenken, Nachdenken, Vordenken, Querdenken. Ich bin sicher, dass alle diese Energien jetzt schon vorhanden sind. Machen Sie diese transparent. Klarheit und Transparenz schaffen Vertrauen - und Vertrauen mindert Komplexität.

Werden von Ihnen das Feld der Unterschiedlichkeit des Mit-Arbeitens und die damit verbundenen Energieflüsse aufmerksam mit kommunikativen Hygienefaktoren versehen, treten Ernten ein, von denen Sie überrascht sein werden. Und negative Umwelteinflüsse werden nicht linear Schaden anrichten können, denn sie werden von der unterschiedlichen Robustheit des Wachstums der Einzelnen gepuffert.

Nehmen Sie diesen Artikel, geben Sie ihn Ihrem Team, starten Sie die Diskussion und lassen Sie sich auf das Ergebnis ein. In der Führungspraxis hat sich für den Umgang mit solchen Themen das Open Space Prinzip bewährt. Vom Team selbst gewählte aktuelle Themen werden in einzelnen Gruppen behandelt und zu Ergebnissen geführt. Sich daraus ergebende Lösungen werden präsentiert und das Vorgehen vereinbart.

Oft sind Führende überrascht von den Ergebnissen: nicht nur von den Gesprächen über die Dinge, die nach Veränderung rufen, sondern auch von Haltungen und Lösungen, die so nicht vermutet wurden. Nun braucht es nur noch den Mut zum Experimentieren und offenen Reflektieren. Wenn dann etwas Nachvollziehbares passiert, wird die Quelle des Wachstums weiter fließen. Der aufgegangene Samen hat das Potenzial, eine sich reproduzierende Pflanze zu werden.

Geben Sie der entstehenden Bewegung einen Spirit: "Wir reden nur über Zukunft und Lösungen." Und vereinbaren Sie die Regeln umweltschützenden Umgangs miteinander. Somit beginnt eine klimafördernde Bewegung des gemeinsamen, selbstreflektierenden Wachstums.

Und Sie werden führen: Führen heißt, der Bewegung eine Richtung geben. Damit begeistern Sie das Team zum Mitgestalten und entlasten sich von operativer Arbeit. Das schafft Raum für Ihre eigentliche Führungsaufgabe: Rahmenbedingungen für Wachstum durch Mitdenken zu schaffen.

Unser Inhouse-Seminartipp:

Motivieren - Aktivieren - Führen
Ressourcen und Selbstverantwortung stärken

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