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Rhetorik-Kompetenz

Während der Betriebsratssitzung, in der Diskussion mit Kollegen, in Verhandlungen mit der Geschäftsleitung oder in schriftlichen Stellungnahmen – das Argumentieren gehört zur täglichen Arbeit des Betriebsrats. Besonders wenn es darum geht, Interessen wirkungsvoll zu vertreten, ist es wichtig, sich einmal etwas näher mit der Kunst des Argumentierens auseinanderzusetzen.
 Hier einige Praxishinweise für Ihre Betriebsratsarbeit: Ein Argument ist die Begründung oder die Beweisführung dafür, warum der Argumentierende eine bestimmte Behauptung oder Meinung für richtig hält. Es reicht nicht, gute Argumente aufzubauen und sie rhetorisch wirkungsvoll zu platzieren. Sie müssen auch dafür sorgen, dass das, was Sie sagen wollen, auch wirklich bei Ihrem Gesprächspartner ankommt und richtig verstanden wird. Sprechen Sie daher in einem angemessenen Tempo. Betonen Sie wichtige Passagen deutlich und lassen Sie sie einen Augenblick wirken. Setzen Sie nach wichtigen Argumenten Pausen, die die Bedeutung des Gesagten unterstreichen. Gliedern Sie Ihre Argumentation in einfacher und wirkungsvoller Form!

In der Praxis sieht die Argumentation meist so aus: Behauptung - Begründung - Schlussfolgerung. Belege und Einzelbeispiele werden mit der Begründung zusammengezogen.

Rhetorisch sehr wirkungsvoll ist die so genannte Pro-Contra-Argumentation. Sie ist zugleich die beste Vorbeugung gegen mögliche Einwände: Zu jeder Angelegenheit, die Sie in einer Verhandlung erörtern, gibt es Vor- und Nachteile zum Beispiel Nutzen und Kosten. Sprechen Sie als Betriebsrat nur die Vorteile einer Lösung an und übergehen die Nachteile, wirken Sie schnell unglaubwürdig und provozieren Ihren Gesprächspartner zum Widerspruch. Es ist daher eine wirkungsvolle Vorgehensweise, gezielt beide Seiten einer Medaille in die eigene Argumentation einzubauen. Sie stellen überzeugend den Nutzen einer Sache dar, räumen zum Beispiel notwendige Kosten ein und leiten wieder über auf die überzeugenden Vorteile Ihres Vorschlages.

Tipps zur Entwicklung der eigenen Argumentation in Verhandlungssituationen:

  • Verwenden Sie nur Begründungen, die das Ziel unmittelbar stützen.
  • Wenn Sie unter verschiedenen Aspekten begründen wollen, entwickeln Sie diese getrennt; springen Sie nicht hin und her.
  • Entwickeln und tragen Sie Gedanken schrittweise vor.
  • Beschränken Sie sich auf die wesentlichen Argumente (weniger ist oft mehr!).
  • Bauen Sie den Kern Ihrer Begründung sprachlich deutlich aus.
  • Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt für die eigene Argumentation.
  • Befassen Sie sich bereits vor dem Gespräch mit möglichen Einwänden und Gegenargumenten der Gesprächspartner.

Tipps zur Entwicklung einer Gegenargumentation:

  • Wenn Ihnen ein Argument unklar ist, fragen Sie auf jeden Fall zur Klärung nach.
  • Verlangen Sie für Behauptungen grundsätzlich Begründungen, versuchen Sie nicht, Behauptungen zu widerlegen.
  • Gehen Sie auf Beiträge ein und setzen sich damit auseinander.
  • Versuchen Sie nicht jeden Gedanken zu widerlegen.
  • Machen Sie eventuell (Teil-)Zugeständnisse (nicht nur taktische).
  • Überprüfen Sie, ob die Prämisse (Voraussetzung der Begründung) stimmt.
  • Überprüfen Sie Tatsachenbehauptungen.

Gutes und wirkungsvolles Argumentieren bedarf natürlich erst einmal der Sachkunde des zu behandelnden Themas und/oder des Gesprächs- oder Verhandlungsgegenstandes. Es gibt je nach Anlass unterschiedliche Argumentationstechniken, die wir in unseren Seminaren praxisnah trainieren.

Im betrieblichen Alltag ergeben sich immer wieder Gelegenheiten und Situationen, bei denen Sie als Betriebsrat eine Ansprache oder Rede halten müssen oder sollten. Solche Anlässe können sein:

  • Einleitung oder Eröffnung von Veranstaltungen (z.B. Betriebsversammlungen)
  • Geburtstage u.a. familiäre Anlässe von Mitarbeitern
  • Dienstjubiläen von Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten
  • Verabschiedung von Mitarbeitern

 Dabei ist es wichtig, souverän aufzutreten und überzeugend zu reden. Wer vor einem großen Publikum selbstsicher und überzeugend reden kann, wird Gehör und Anerkennung bei der Belegschaft und bei der Geschäftsleitung erlangen. Zur Vorbereitung auf eine solche betriebliche Redesituation z.B. zu einer Betriebsversammlung sollten Sie einige psychologische Grundbedingungen beachten:

1. Das Gedächtnis der Zuhörern ist nicht gleich belastbar, und der Wissensstand der Zuhörer ist zumeist sehr unterschiedlich.
 - Richten Sie sich weder nach dem stärksten noch dem schwächsten Zuhörer und stellen Sie sich auf alle ein.

2. Die Wunschvorstellungen des Zuhörers fließen in jede Rede, jedes Gespräch ein. Die Zuhörer wollen oft nur das hören, was in ihre Vorstellungswelt passt.
 - Achten Sie daher auf Bewertungen in Ihre Rede und verzichten Sie auf übertrieben positive oder negative Aussagen.

3. Wichtig ist auch die Aufnahmebereitschaft und -fähigkeit. Nur wenn ausreichend Interesse am Thema vorhanden ist, gelingt es das Ziel der Rede zu erreichen.
 - Überfordern Sie Ihrer Zuhöreren auch zeitlich nicht. Versuchen Sie das Interesse aller zu wecken. Benutzen Sie wann immer möglich Visualisierungshilfen (Diagramme, Bilder, Symbole,...) um das Behalten zu fördern.

4. Der Beginn und das Ende der Ausführungen werden besonders gut behalten.
 - Wichtige Informationen sind also an den Beginn und an das Ende zu stellen!

5. Nebensächliche (nicht logische) Informationen werden von den Zuhörern oft als besonders wichtig empfunden.
 - Rechnen Sie immer mit einer Änderung der eigenen Aussage durch die Zuhörer.

6. Das Zuhören müssen kann zu Spannungen führen.
 - Versuchen Sie bei einer Rede dieses Spannungsfeld am besten mit Humor abzubauen, bevor Sie zum Sachtthema kommen.

Wenn Sie sich psychologisch so auf einen Redebeitrag vorbereiten, werden Sie merken, dass Sie während Sie reden mit Ihrer Botschaft und Ihrer ganzen Person sehr gut bei Ihren Zuhörern „ankommen“. Dieses positive Grundgefühl trägt dazu bei, dass Sie von Satz zu Satz selbstsicherer und souveräner werden.