Vielleicht kennen Sie das: Ein Fall lässt Sie nicht los. Sie drehen sich im Kreis, wägen ab, holen Informationen ein – und trotzdem bleibt das Gefühl, nicht richtig voranzukommen. Entscheidungen stehen an, Gespräche müssen geführt werden – und Erwartungen kommen von verschiedenen Seiten. Und oft sind Sie es, die oder der den nächsten Schritt gehen muss.
SBV-Arbeit bedeutet Verantwortung – und nicht selten auch, mit Unsicherheiten umzugehen. Gerade dann kann ein kurzer Austausch auf Augenhöhe den entscheidenden Unterschied machen: jemand, der die Situation kennt, zuhört und neue Perspektiven aufzeigt. Genau hier setzen unsere SBV-Navis an: erfahrene Praktiker, die selbst aus der SBV-Arbeit kommen und Sie mit konkreten Impulsen, Ideen und einem Blick von außen unterstützen – kostenfrei, unverbindlich, aus der Praxis für die Praxis.
Unsere SBV-Navis sind täglich im Austausch mit Vertrauenspersonen – sie hören zu, ordnen ein und unterstützen ganz konkret im Alltag. Wir wollten wissen, welche Themen im SBV-Alltag besonders relevant sind, und haben mit unserem SBV-Navi Frank Hoffmann-Haurdić gesprochen.
Das kann ich gar nicht so präzise sagen, da die Arbeit der Vertrauenspersonen so vielfältig und umfangreich ist. Hinzu kommt, dass jeder „Fall“ an dem die SBV arbeitet ANDERS ist.
Was aber immer wieder aufkommt ist die Frage, was darf ich als Vertrauensperson und was kann ich tun, wenn der Arbeitgeber mir als Vertrauensperson nicht auf Augenhöhe begegnet und meine Aufgabe eher klein hält und herunterspielt.
Gerade neu gewählte Vertrauenspersonen sind oftmals überrascht, wie umfangreich und vielfältig das Aufgabengebiet einer Vertrauensperson ist. Dazu kommt, dass viele unterschätzen, wie zeitaufwändig die Aufgabe ist. Wenn eine Vertrauensperson für „nur“ fünf schwerbehinderte Kolleginnen und Kollegen zuständig ist, kann der zeitliche Aufwand fast genauso umfangreich sein, als ob man für 50 oder mehr Schwerbehinderte zuständig ist. Dazu kommt, dass viele Vertrauenspersonen wenig bis gar keine Unterstützung erhalten und sich als Einzelkämpfer mit den Aufgabenstellungen alleingelassen fühlen. Umso wichtiger ist es, dass die Vertrauenspersonen möglichst schnell (nach ihrer Wahl) alle erforderlichen Schulungen absolvieren, um sicher und kompetent ihre Aufgaben erfüllen zu können.
Aktuell erlebe ich viele Unsicherheiten bei ganz konkreten Fällen – vor allem rund um Anträge auf Feststellung einer Schwerbehinderung oder auf Gleichstellung. In solchen Situationen wünschen sich viele eine sehr konkrete Einschätzung. Da wir als Navis jedoch keine Rechtsberatung im Einzelfall leisten dürfen, gebe ich meist allgemeine Hinweise, die sich auf ähnliche Fälle übertragen lassen.
Außerdem merke ich, dass es beim Thema Widerspruch oft viele Fragen gibt – insbesondere dazu, welche Möglichkeiten bestehen und wie man sinnvoll vorgeht.
Den Mut nicht verlieren und weiter machen. Ich weiß aus fast 30 Jahren Praxis in der SBV-Arbeit, dass die Wege zum Ziel oft mit Hindernissen belegt und steinig sind.
Dass viele Arbeitgeber und leider auch manchmal Betriebsräte nicht mit der SBV kooperieren, ist keine Seltenheit. Wenn die Zusammenarbeit überhaupt nicht funktioniert, sollten Vertrauenspersonen sich nicht scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen und notfalls auch rechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen. Erste Hilfe bieten die SBV-Navis von POKO.
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