Einsatz für die JAV lohnt sich - auch als Ersatzmitglied!

 

730x300 - Fünf Jugendliche schauen nach oben - JAV-Gremium

Grundsätzlich müssen JAV-Mitglieder auf ihren Wunsch nach der Ausbildung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden, so sieht es das Betriebsverfassungsgesetz in § 78 a vor. Aber gilt dies auch für Ersatzmitglieder? Eine Frage, mit der sich Gerichte immer wieder beschäftigen müssen.

Bekannt geworden ist der Fall einer Auszubildenden, die vertretungshalber für die Zeit von zwei Monaten vom Ersatzmitglied zum ordentlichen Mitglied in die JAV aufgerückt war. Leider hatte es die Kollegin während dieser Zeit nicht ein einziges Mal geschafft, an einer Sitzung teilzunehmen. Klar wissen wir nicht warum, besonders ambitioniert scheint die Dame aber nicht gewesen zu sein.

Der Arbeitgeber jedenfalls lehnte eine unbefristete Übernahme der Betroffenen nach ihrer Ausbildung ab - zu Recht wie das Landesarbeitsgericht Hamm entschied (LAG Hamm, 04.04.2014 - Sa 40/14). Natürlich dürfen Ersatzmitgliedern keine Nachteile entstehen, wenn sie für die JAV tätig werden. Ähnliche Rechte wie Vollmitglieder erlangen Ersatzmitglieder aber nur dann, wenn Sie auch an den Sitzungen der JAV teilnehmen. Andernfalls kommt ein nachwirkender Schutz nicht in Betracht.

Kurz gesagt: Die betroffene Auszubildende hätte auch als Ersatzmitglied gute Chancen gehabt, die Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu erhalten . Aber eben nur dann, wenn sie während dieser Zeit als Nachrückerin an Sitzungen der JAV teilgenommen hätte.

Natürlich besteht die JAV-Arbeit nicht nur aus Sitzungen. Der Fall zeigt aber auch, dass die Sitzungen der JAV kein entbehrlicher "Gesetzeskram" sind, sondern von den Gerichten als sichtbares Zeichen für das Engagement der JAV-Mitglieder angesehen werden und belohnt werden.

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