Autorin: Heike Holtmann, Ass. jur. & Mediatorin
Hohe Energiepreise und steigende Spritkosten verändern den Blick auf moderne Arbeitsmodelle. Der Ergebnisreport der Konstanzer Homeoffice-Studie vom April 2026 zeigt: Hybrides Arbeiten kann nicht nur Beschäftigte entlasten, sondern durch weniger Pendelverkehr auch dazu beitragen, Kraftstoff zu sparen.
64 % der Beschäftigten, deren Arbeit grundsätzlich im Homeoffice möglich ist, pendeln derzeit mit dem Auto zur Arbeit. Würden alle Pendelnden nur einen Tag mehr pro Woche im Homeoffice arbeiten, könnten laut Studie deutschlandweit täglich rund 32 Millionen Liter Kraftstoff eingespart werden – knapp 19 % des täglichen Verbrauchs. Gleichzeitig halten 62 % der Befragten mehr Homeoffice wegen gestiegener Energiepreise für sinnvoll. Ihr Verhalten aufgrund der steigenden Kosten angepasst haben bislang jedoch nur 20 %.
Die Studie zeigt damit auch: Der Wunsch nach mehr Homeoffice allein reicht nicht aus. Entscheidend sind klare Strukturen. Beschäftigte in Unternehmen mit guten Regelungen für mobile Arbeit berichten von mehr kollegialer Unterstützung, größerem Engagement und höherer Produktivität. Hybrides Arbeiten funktioniert also nicht automatisch – es braucht klare Regeln, bewusst gestaltete Präsenzzeiten, passende Ausstattung und tragfähige Prozesse.
Genau hier sind Unternehmen und Betriebsräte gefragt: Wie lassen sich Homeoffice, mobile Arbeit und Präsenz im Betrieb rechtssicher und praxistauglich gestalten? Für Betriebsräte ist es wichtig, frühzeitig eingebunden zu werden und ihre Mitbestimmungsrechte aktiv wahrzunehmen. Die Ergebnisse der Konstanzer Studie können dabei ein guter Anlass sein, bestehende Regelungen zu überprüfen oder neue Vereinbarungen anzustoßen.
Zentrale Themen sind unter anderem Arbeitszeit, Erreichbarkeit, Datenschutz, Kontrolle, technische Ausstattung, Haftung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz. Auch Fragen zur gesetzlichen Unfallversicherung, zur Nutzung privater oder dienstlicher Arbeitsmittel und zur Rückkehr an einen festen Arbeitsplatz sollten verbindlich geregelt werden. Gerade bei hybriden Modellen ist außerdem zu klären, wer wann im Betrieb arbeitet, wie Präsenzzeiten gestaltet werden und nach welchen Kriterien Beschäftigte Zugang zu mobiler Arbeit erhalten.
Besonders wichtig sind Betriebsvereinbarungen. Sie schaffen Transparenz, sichern Beteiligungsrechte und helfen, Konflikte zu vermeiden. Betriebsräte sollten dabei nicht nur auf einzelne Homeoffice-Regelungen schauen, sondern mobile Arbeit als festen Bestandteil moderner Arbeitsorganisation mitgestalten. Dazu gehören klare Prozesse, faire Rahmenbedingungen und Schutzmechanismen für die Beschäftigten.
Orientierung bietet das Poko-Webinar „Homeoffice und mobile Arbeit“, das unter anderem rechtliche Fragen zu Arbeitszeiterfassung, Kostentragung, Datenschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aufgreift. Für Gremien und Unternehmen, die hybride Arbeitsmodelle umfassender regeln möchten, passt zudem das Inhouse-Angebot „Hybrides Arbeiten“ bei dem es um rechtliche Rahmenbedingungen, klare Regeln, Ausstattung, Arbeitsschutz und Mitbestimmung geht.